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Lösung gesucht für den Marktplatz

Preetz Lösung gesucht für den Marktplatz

1,694 Millionen Euro hat der Umbau des Marktplatzes in Preetz vor 16 Jahren gekostet. Doch an der Luxusausführung mit extra aus China angeliefertem teuren Granit gab es von Anfang an Kritik. Viele klagen seitdem über das holperige Pflaster, das für Gehbehinderte nicht geeignet ist. Nun wird an Lösungen gearbeitet.

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Nicht nur für Rollkoffer ein schwieriges Pflaster: Im Ausschuss für Hoch- und Tiefbau wurde überlegt, Querungshilfen für Menschen mit Einschränkungen anzulegen.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Der Preetzer Behindertenberater Hans-Jürgen Biastoch hatte das Thema maßgeblich angeschoben. Schon im Sommer vergangenen Jahres hatte er im Ausschuss für Kinder- und Jugendangelegenheiten, Sport, Soziales und Gleichstellung die Probleme mit der Barrierefreiheit in Preetz – vor allem auf dem Marktplatz – beschrieben. Erst im Februar hatte er eine bittere Bilanz gezogen, da auf seine Kritik bisher keine Reaktion erfolgt war.

 Jetzt beschäftigte sich der Ausschuss für Hoch- und Tiefbau mit dem Thema. Biastoch erläuterte, dass man in Zusammenhang mit einem Umbau nicht von behinderten-, sondern von seniorengerecht reden müsse. „Sonst müsste man gleich das ganze Pflaster rausreißen“, erklärte der Rollstuhlfahrer. Viele ältere Mitbürger mit Rollator oder Gehstock würden genau wie er lange Umwege auf dem Gehweg rund um den Markt in Kauf nehmen, weil der direkte Weg über die Steine mit oft breiten Lücken zu gefährlich sei.

 Biastoch schlug nun vor, einen zwei Meter breiten Übergang zwischen dem Geschäft Arko und dem Kino zu schaffen, dazu zwei etwa eineinhalb Meter breite Wege auf dem Marktplatz. „Wenn ich aus der Langebrückstraße komme, fahre ich entweder links oder rechts rum.“ Da der Markt von Lkw und Pkw befahren werde, müsse der Unterbau für diese Belastung ausgelegt sein, erklärte er.

 Bürgermeister Björn Demmin berichtete, dass er gerade erst zu Gast beim Seniorennachmittag der evangelischen Kirchengemeinde war und das Thema auch dort angesprochen wurde. „Die Unsicherheit der Menschen nimmt zu.“ Das Pflaster sehe zwar schick aus, sei aber nicht unbedingt begehbar, so die älteren Menschen.

 Die Verwaltung habe sich bereits Gedanken gemacht, erläuterte Fritz Lehmann vom Fachbereich Bauen und Umwelt. So habe man überlegt, die Lücken mit Bitumen zu vergießen. „Aber das würde das Pflaster verunstalten.“ Eine weitere Möglichkeit sei Epoxitharz, doch das neige dazu, zu arbeiten und eventuell zu reißen. Im schlechtesten Fall könnte sogar der Stein zerbrechen. Eine Alternative wäre eine Querungshilfe mit Steinplatten wie beispielsweise auf dem Rathausplatz in Kiel. „Das sieht aber nicht so hübsch aus.“ Er würde deshalb gern ein Ingenieurbüro zu Rate ziehen und Kosten ermitteln lassen.

 „Wir sind damals falsch beraten worden“, kritisierte Jörg Fröhlich, der die Entscheidung mitgetragen hatte. „Es hat uns keiner gesagt, dass es Probleme für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen geben könnte“, bedauerte er und gestand, dass man auf diesem Auge „blind“ gewesen sei. Nun stimmte er genau wie alle anderen dafür, dass die Verwaltung verschiedene Möglichkeiten erarbeiten und die Kosten dazu ermitteln soll. „Wir wollen jetzt zügig etwas machen“, kündigte Ausschussvorsitzender Norbert Maroses an.

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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