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Da steht ein Storch auf dem Flur

Lütjenburg Da steht ein Storch auf dem Flur

Er ist fast so zutraulich wie ein Hund. Seit einer Woche kümmert sich der Umweltberater des Naturschutzbundes, Konrad Olexik, um einen Storch, der den Anschluss zum Flug in den Süden verpasst hat. Bei Besuchern der Lütjenburger Umweltberatungsstelle löst der große Vogel Erstaunen und Freude aus.

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Aus dem Dornröschenschlaf geweckt

Nabu-Umweltberater Konrad Olexik päppelt in der Lütjenburger Geschäftsstelle einen Weißstorch auf. Das Tier lag erschöpft am Straßenrand.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Bereits vor einigen Wochen erhielt Olexik den Anruf einer Tierärztin aus Bosau. Ein Bauer habe einen Storch entdeckt, der sich merkwürdig verhält. Der erste Versuch, das wenig scheue Tier auf einem Acker einzufangen, scheiterte aber. Der Vogel hob einfach ab und flog davon. Vor einer Woche entdeckte nun ein Plöner Streifenpolizist den Jungstorch in einem Straßengraben an der B 76 in Höhe Bösdorf. Das Tier war völlig entkräftet und lag im Dreck, wie man heute noch an seinem Federkleid sehen kann. Der aufmerksame Beamte brachte das Tier zu Olexik. Der zollte dem Polizisten höchstes Lob für seinen Einsatz um das in Not geratene Tier. „Er hätte ihn auch einfach liegen lassen können.“

 Wenn er nicht in seiner kleinen Voliere hockt, stakst Adebar – Olexik hat ihn so genannt – tagsüber durch die Beratungsstelle, knabbert mit seinem roten Schnabel an Büchern herum oder bewundert sein Spiegelbild an einem großen Blechtopf.

 Besucher freuen sich beim Anblick des Tieres, das der Wappenvogel des Naturschutzbundes ist. „Kaum einer hat schon einmal einen Storch so aus der Nähe gesehen.“ Mittlerweile hat Adebar an Gewicht zugelegt. Das hat seinen kalorienreichen Grund. Olexik reichte seinem Zögling insgesamt schon 20 Heringe. Weiter stehen Wanderheuschrecken und Eintagsküken auf dem Speiseplan.

 Kein Wunder bei der Verpflegung, dass Adebar zutraulich daher kommt. Das bereitet Olexik allerdings Sorgen. Auf der einen Seite hilft er dem schwachen Tier, das in freier Wildbahn schon gestorben wäre. Auf der anderen Seite darf er sich nicht zu sehr an die Fütterung und die Zweibeiner gewöhnen. Er bliebe dann wohl auch zukünftig im Winter im Norden.

 Wie geht es weiter mit dem Storch? Am Wochenende kommt er mit ins Haus von Olexik in Bösdorf. Dort darf er auf der Schafskoppel herumschreiten und seine Muskeln stärken. Wenn er wieder ganz gesund und auch von den letzten Milben befreit ist, könnte eine Storchenstation wie in Bergenhusen zu seiner Heimat werden. Ideal wäre allerdings, den Vogel in den Süden nach Afrika zu seinen Artgenossen zu transportieren. Konrad Olexik hofft, dass er eine Fluggesellschaft finden kann, die ihn mitnimmt.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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Lütjenburg
Foto: Die FÖJlerin der Umweltberatung in Lütjenburg, Charlotte Alexander, hält den Storch Adebar, der seit September von ihr und dem Nabu-Berater Konrad Olexik aufgepäppelt wurde.

Der kranke Storch Adebar, der vom Umweltberater Konrad Olexik und seiner FÖJlerin Charlotte Alexander wieder aufgepäppelt wurde, hat ein neues Zuhause. Der Vogel stakst nicht mehr durch die Lütjenburger Umweltberatungsstelle. Adebar lebt nun im Wildpark Eekholt im Kreis Segeberg.

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