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Das Soldatenheim gibt es ab 54 000 Euro

Lütjenburg Das Soldatenheim gibt es ab 54 000 Euro

Seit über drei Jahren steht das frühere Soldatenheim Uns Huus in Lütjenburg leer. Nun kommt Bewegung in die traurige Immobiliengeschichte. Die Eigentümer (der Bund und die Evangelische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung) lassen das Objekt am 6. Dezember in Rostock versteigern.

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Seit Jahren steht das Soldatenheim schon leer. Die Bundeswehr ist abgezogen. Jetzt wird das 1972 errichtete Gebäude versteigert.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Das Soldatenheim, Baujahr 1972, war mehr als nur eine Einrichtung für Soldaten der gegenüberliegenden Kaserne. Hier gab es einen großen Saal, der der Stadt heute für Veranstaltungen und Versammlungen fehlt. Mehr als 40 Vereine und Institutionen nutzten regelmäßig die Restauration für ihre Treffen. Auch ein Kindergarten war in einem Seitenflügel untergebracht. Noch 2010, kurz bevor der Verteidigungsminister das Aus für den Bundeswehrstandort Lütjenburg verfügte, steckten die Eigentümer 1,3 Millionen Euro in die Sanierung des Saals, der Lüftungstechnik, der Licht- und Tonanlagen. Im Nachhinein eine Fehlinvestition. Im November 2012 keimte noch etwas Hoffnung auf, als sich zwei potenzielle Pächter meldeten. Doch trotz Zusagen der Stadt und des Bundes, für zwei Jahre hohe Zuschüsse zu zahlen, blieb das Soldatenheim weiterhin leer. Seitdem hat es immer wieder einmal jemanden gegeben, der sich das Haus zeigen ließ. Angesichts des Modernisierungsstaus gingen alle wieder rückwärts aus der Tür heraus.

 54 000 Euro für das Mindestgebot klingen zunächst einmal nicht nach viel für eine Nutzfläche von knapp 2100 Quadratmetern mit 6142 Quadratmeter Grundstück an der Kieler Straße. Doch allein ein Blick in den Energieausweis zeigt, wie es um das Gebäude bestellt ist. 393 Kilowattstunden verbraucht das Objekt pro Jahr und Quadratmeter. Ein Mehrfaches dessen, was heute Standard ist. Eine Erdgasheizung, eine 2005 modernisierte Küche und neue Haustüren im Jahre 2008 machen das auch nicht wirklich wett.

 Wären ein Abriss des Heims und ein Neubau von Wohnungen eine Lösung? Wohl eher nicht. Bürgermeister Dirk Sohn zweifelt daran, die nötigen Änderungen im Flächennutzungsplan durchsetzen zu können. Das Soldatenheim grenzt unmittelbar ans Schulzentrum. Auf der gegenüber liegenden Straßenseite auf dem früheren Kasernengelände errichtet ein Landmaschinenhändler gerade auf großer Fläche seinen neuen Stützpunkt. Dahinter siedeln in den früheren Panzerhallen weitere Unternehmen in Lütjenburgs jüngstem Gewerbegebiet. Die Lärmemissionen dürften zu hoch sein für einen neuen Wohnblock.

 Die Versteigerung übernimmt am 6. Dezember, ausgerechnet am Nikolaustag, die Norddeutsche Grundstücksauktionen AG. Sie ruft an diesem Tag ab 11 Uhr insgesamt 55 Immobilien auf.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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