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Fledermäuse fliegen auf Hilfe

Lütjenburg Fledermäuse fliegen auf Hilfe

Erst als fünfte Kommune überhaupt in Schleswig-Holstein darf sich Lütjenburg mit dem Prädikat „Fledermausfreundliche Stadt“ schmücken. Thomas und Susanne Juhnke vom Naturschutzbund (Nabu) hängten in der Stadt 40 Schlafkästen für die Nachtjäger auf. Weitere 60 künstliche Sommerquartiere entstanden im Umland.

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Lütjenburgs Bürgermeister Dirk Sohn (vorne Mitte) hält das Schild „Fledermausfreundliche Stadt“. Zahlreiche Bürger ließen spezielle Kästen an ihren Häusern aufhängen und erhielten dafür eine Ehrenplakette.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Die Stiftung Naturschutz und der Nabu-Landesverband würdigten die Arbeit nun mit der Auszeichnung. In Schleswig-Holstein kommen 15 Fledermausarten vor, von denen im Sommer elf an oder in Häusern leben. Doch bei der modernen Architektur finden die Tiere keinen Platz mehr für ihre Kinderstuben. Spezielle Kästen aus Holz, Stückpreis etwa 50 Euro, bieten dafür einen Ersatz. An der Hauswand können sie von der Ost- bis zur Westseite angebracht werden, erklärt Susanne Juhnke, die zusammen mit ihrem Mann 3000 Kilometer mit dem Auto zurücklegte, um die Kästen zu verteilen. Sie sind wartungsfrei und müssen nicht gereinigt werden. Durch den Einflugsschlitz fällt alles heraus, was die Tiere von sich geben.

 30 Hausbesitzer machten bei der Aktion mit, die für sie kostenlos war. Die Umweltlotterie Bingo sponserte den Fledermausschutz. Auch die Stadt Lütjenburg stellte ein Gebäude am Bauhof, den Kindergarten und Parkbäume zur Verfügung.

 Die Fledermäuse fliegen auf das künstliche Eigenheim. In einem Fall meldeten die Hausbesitzer, dass schon nach fünf Wochen die ersten Tiere gesichtet wurden. Zu den Arten, die auf Hilfe angewiesen sind, gehören Zwergfledermaus, Mückenfledermaus, Breitflügelfledermaus und Teichfledermaus.

 Nabu-Landesvorsitzender Hermann Schultz lobte die Stadt für ihren Einsatz. „Das ist auch ein Beispiel für Willkommenskultur.“ Zusammen mit der Vorsitzenden der Stiftung Naturschutz, Sandra Redmann, überreichte er allen Beteiligten eine Plakette und eine Urkunde als Dank. Neben Lütjenburg erhielten bereits Eutin, Malente, Dahme und Bad Schwartau die Auszeichnung als „fledermausfreundliche Stadt“ oder Gemeinde.

 Bürgermeister Dirk Sohn erinnerte daran, dass die Stadt Lütjenburg traditionell dem Fledermausschutz verbunden sei. Bereits 1997 stellte sie den Kartoffelkeller an der Niedermühle als Überwinterungsquartier zur Verfügung.

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Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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