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Flüchtlingsunterkunft in großen Teilen leer

Lütjenburg Flüchtlingsunterkunft in großen Teilen leer

Vor drei Monaten platzten die Unterkünfte für Flüchtlinge aus allen Nähten. Nun ist das Gegenteil der Fall. In der Einrichtung in Lütjenburg sind von 1027 Plätzen noch 58 belegt. Magdalena Drywa (Amt für Ausländerangelegenheiten) hält es für möglich, dass die Zahl auf Null sinken könnte.

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Ein Transparent begrüßt die Bewohner der Landesunterkunft in Lütjenburg. Derzeit sind in den früheren Soldatenunterkünften noch 58 Menschen untergebracht.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. „Das hätte bis vor kurzer Zeit keiner geglaubt“, kommentiert sie die Entwicklung. Ende vergangenen Jahres habe man nicht gewusst, wohin mit den Flüchtlingen. Von Mitarbeitern der Unterkünfte in Schleswig-Holstein, wo es eine ähnliche Entwicklung gibt, höre sie nach den anstrengenden Monaten aber auch Erleichterung. Man könne durchatmen. Viele seien glücklich angesichts der weniger werdenden Flüchtlinge, nun persönlicher mit den Bewohnern umgehen zu können. Schließt die Unterkunft in Lütjenburg auf absehbare Zeit? Drywa: „Es gibt derzeit keine Grundlage, darüber zu entscheiden.“ Niemand könne die Zahl der in Deutschland ankommenden Flüchtlinge vorhersagen. Im Sommer könne man die Lage wohl besser einschätzen.

Der DRK-Ortsverband Ostholstein stellt die hauptamtlichen Betreuer in der Unterkunft. „Wir haben ein bisschen wenig zu tun“, so DRK-Vorstand Martin Broziat. Im benachbarten Camp in Putlos, das in den nächsten Wochen geschlossen wird, habe er zwölf Mitarbeitern kündigen müssen. So sozialverträglich wie möglich, wie er unterstreicht. In Lütjenburg nutze man die Zeit, um die Helfer fortzubilden zum Beispiel mit Erste-Hilfe-Kursen.

Der Rückgang der Flüchtlingszahlen kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Lütjenburger Unterkunft erst so richtig funktioniert. Broziat berichte von einer gut laufenden Frauengruppe der Flüchtlinge, die von DRK-Frauen begleitet und betreut wird. Hier werde ganz viel über das Leben in Deutschland in lockerer Weise vermittelt. „Das ist ganz wichtig für die spätere Integration.“ Mittlerweile gibt es einen Kindergarten auf dem Gelände der früheren Schill-Kaserne. Die etwas älteren Jungen und Mädchen erhalten regelmäßigen Schulunterricht, den reguläre Lehrer geben.

Der DRK-Ortsverein Lütjenburg-Giekau richtet sich auch auf die zurückgehende Zahl der Flüchtlinge ein. Die Gruppe betreut die Kleiderkammer. Die Öffnungszeiten sollen jetzt auf einen Nachmittag begrenzt werden, so Ortsvorsitzender Bernd Bormann. Das Lager ist wegen der geringen Nachfrage sehr gut gefüllt. Zuletzt kamen 600 Umzugskartons und 100 Beutel mit Kleidung dazu, die im ehemaligen Camp auf Schloss Salzau übrig geblieben waren.

Die Polizei ist mit sechs Beamten in dem früheren Stabsgebäude präsent. Nach Angaben eines Polizeisprechers wird nächste Woche entschieden, ob sie zum Teil wieder ihren regulären Dienst versehen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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