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Holzpflug wird ausgestellt

Lütjenburg Holzpflug wird ausgestellt

Keiner weiß, wieso der hölzerne Pflug die vergangenen 200 oder 300 Jahre unversehrt überstehen konnte. Die Familie von Gertrud Rönnfeldt übergab das historische Arbeitsgerät an den Förderverein Turmhügelburg in Lütjenburg.

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Der Vorsitzende des Turmhügelburg-Vereins Hartmut Eller freut sich über den Holzpflug. Das historische Arbeitsgerät steht im Mittelpunkt einer kleinen Landwirtschaftsschau, die im Wirtschaftsgebäude im nächsten Jahr gezeigt werden soll.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Dessen Vorsitzender Hartmut Eller ist begeistert. Der Pflug stamme zwar nicht aus dem Mittelalter, sehe aber genau so aus wie die Modelle, die man vor dem Jahr 1500 verwendete.

 Die Landwirtschaftsfamilie Rönnfeldt bewirtschaftet seit Jahrhunderten Äcker und Felder in Wentorf (Gemeinde Klamp). Gertrud Rönnfeldt kann sich heute nicht mehr erklären, wie der Holzpflug, obwohl außer Dienst, nicht als Brennholz endete. Er dürfte all die Zeit irgendwo trocken in einer Scheune oder auf einem Boden gestanden haben. Das Eichenholz jedenfalls zeigt keine morschen Stellen. Anfang der 60er-Jahre wurde er als Leihgabe an die Landwirtschaftsschule in Preetz ausgeliehen, von wo er nach der Schließung der Einrichtung etwa 1995 auf den Hof der Rönnfeldts zurückkehrte und erneut einen sicheren Platz fand. Gertrud Rönnfeldt fragte bei verschiedenen Museen nach, ob man dort das gute Stück haben wollte. Alle lehnten ab. Nun freut sie sich, mit der Turmhügelburg einen Platz in der Region gefunden zu haben.

 Dietrich Petter, früher Lehrer der Landwirtschaftsschule, vermittelte die erneute Leihgabe an die Turmhügelburg. Er kennt den Pflug gut, der einst im Obergeschoss der Schule in Preetz stand. Vor ihm versammelten sich die Schüler, wenn sie sich kurz vor ihrer Prüfung gedanklich vorbereiteten. Er war der angesagte Treffpunkt an den Prüfungstagen. Petter ist Experte in Sachen historischer Geräte. Der Pflug aus Wentorf ist ein sehr einfaches Modell ohne Räder und mit nur einem Holm, um ihn zu führen. Ein Gerät armer Bauern. Erst 1840 wurden in Schleswig-Holstein Pflüge mit zwei Holmen eingesetzt. Der Pflug stammt demnach frühestens aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es war ein mühsames Arbeiten mit diesem Modell, wie Petter vorrechnet. Bei einer Schrittgeschwindigkeit des Bauern von 2,5 Stundenkilometern und einem zehnstündigen Arbeitstag, schaffte er nur eine Fläche von etwa 5000 Quadratmetern. Dabei legte der frühere Landmann zu Fuß eine Strecke von 25 Kilometern zurück. Erschwerend kam hinzu, dass keine Räder eingesetzt wurden. Der Bauer musste durch Drücken oder Heben des Holms ständig die richtige Tiefe des Pfluges im Boden einstellen. Bodybuilding im Dienst der Ernährung.

 Hartmut Eller von der Turmhügelburg will den Pflug zum Anlass nehmen, im Wirtschaftsgebäude eine kleine Ausstellung zur mittelalterlichen Landwirtschaft einzurichten. Der historische Pflug in dem beleuchteten Glaskasten (gestiftet von Klaus Dygutsch) ist dabei der Mittelpunkt.

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Hans-Jürgen Schekahn
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