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Stadtgeschichte an der Hauswand

Lütjenburg Stadtgeschichte an der Hauswand

Irgendwas, das bleibt. An vielen Stellen in der Altstadt von Lütjenburg sind Werbeschriften aus vergangenen Jahrzehnten erhalten. Niemand hat sie entfernt. Sie sind einfach stehen geblieben und erzählen ein Stück Stadtgeschichte.

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Die Wurstfabrik am Gildenplatz gehörte zu den größten Arbeitgebern in Lütjenburg.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Der wohl älteste Schriftzug stammt von der Bäckerei Stahl in der Oberstraße 16. Wann genau sie geschlossen wurde, ist nicht mehr in Erfahrung zu bringen. Als 1937 im Haus nebenan die Bäckerei Maaß eröffnete, gab es sie schon nicht mehr. Die Werbeaufschrift ist mithin über 80 Jahre alt. Zur Freude von Werner Stahl, Enkelsohn des damaligen Bäckermeisters Peter Stahl. „Ich habe mich schon immer gewundert, dass das so lange hält“, sagt der 90-Jährige, der noch in Lütjenburg wohnt. Aus der Zeit der Bäckerei ist in der Familie nichts mehr überliefert.

Die Ostholsteinische Wurstfabrik am Ende der Mühlenstraße war bis in die 50er-Jahre hinein einer der wichtigsten Arbeitgeber der Stadt. Die Wurstfabrik funktionierte so: Inhaber Heinrich Tiedje kaufte Jungvieh bei den Bauern und ließ es auf den Weiden rund um Lütjenburg mästen, bevor die Tiere geschlachtet wurden. Die zweite Großschlachterei der Stadt hieß „Lütjenburger Wurstfabrik“. Wie sich in den Quellen finden lässt, beschäftigten im Jahr 1914 beide Häuser 25 Gesellen. Pro Woche schlachteten sie 25 Rinder und 80 Schweine. Die Ostholsteinische Wurstfabrik schloss, nachdem sich der Inhaber das Leben genommen hat, so berichtet es der Stadthistoriker Sigurd Zillmann. Viele Menschen wurden damals arbeitslos.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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