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Starkes Zentrum lockt in die Stadt

Lütjenburg Starkes Zentrum lockt in die Stadt

Viele Stärken, kaum Schwächen, einige Dinge sind aber noch ausbaufähig. Das ist die Bilanz eines Einzelhandelsgutachten für die Stadt Lütjenburg, das am Donnerstag im Sozialausschuss vorgestellt wurde. Die Hamburger Gutachterin Ulrike Rehr lobte Lütjenburg unter anderem dafür, sich ein „starkes Zentrum“ erhalten zu haben.

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Blumen, ein bunter Mix von Geschäften, kaum Leerstände: So präsentiert sich die Innenstadt von Lütjenburg rund um den Marktplatz. Eine Untersuchung zum Einzelhandel lobt die Stadt dafür, dass sie sich ein starkes Zentrum bewahren konnte.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Lütjenburg hat vermieden, was anderen Städte zum Verhängnis geworden ist. Das Gewerbegebiet Hopfenhof/Hasenkrug blieb Märkten versperrt, die eine Konkurrenz zu den Geschäften in der Innenstadt hätten bilden können. Magnetbetriebe wie Sporthaus Gehrmann, Textilhaus Lafrenz oder Modehaus Mews blieben so erhalten und mussten nicht großen Modeketten weichen. Zur Positivliste gehören weiter der Tourismus, von dem der Einzelhandel profitiert, die als familiär wahrgenommene Einkaufsatmosphäre, inhabergeführte Fachgeschäfte und das durch die Sanierung gepflegte Erscheinungsbild der Innenstadt.

 Rehr zählt zu den Schwächen das unterdurchschnittliche Kaufkraftniveau in der Region, die Abhängigkeit von der Tourismus-Saison und uneinheitliche Öffnungszeiten. Wie eine Umfrage ergab, sind viele Bürger und Besucher der Stadt unzufrieden mit der Parkplatzsituation. Rehr: „Faktisch ist aber ein umfassendes Angebot vorhanden.“ Sie riet vor allem den Geschäftsinhabern, diese falsche, negative Wahrnehmung nicht weiterzugeben. Sonst könnte das Image der Stadt Schaden nehmen und das völlig zu Unrecht. Außerdem ist aus Sicht der Gutachter das Angebot in der Stadt noch nicht ausreichend differenziert. Lütjenburg könnte gut neue Geschäfte mit Waren gebrauchen, die noch nicht im Ort vorhanden sind.

 Bürgermeister Dirk Sohn sieht vor allem im Tourismus noch Wachstumspotenzial. Er beklagte, dass nur wenige Gemeinden der Hohwachter Bucht Touristik GmbH angehören. Er beklagte ein Kirchturmdenken der übrigen Amtsgemeinden. Der Tourismus sei mit 740000 Übernachtungen der wichtigste Wirtschaftsfaktor in der Region und sichere auch Arbeitsplätze von Menschen in Gemeinden, die nicht unmittelbar Ferienorte sind. Angesichts leicht sinkender Kundenzahlen wegen des Internethandels riet Sohn der Lütjenburger Geschäftswelt, über Online-Modelle nachzudenken. Als Vorbild nannte er dabei das Sporthaus Gehrmann, das auf dem „richtigen“ und dem virtuellen Marktplatz aktiv und erfolgreich sei.

 Mit dem Gutachten sieht der Bürgermeister auch ein Vorurteil widerlegt, das die Stadt nach der Schließung der Kaserne belastet hat. Nur vereinzelt seien die Soldaten aus der Region weggezogen. Sie hätten sich vor allem nach Todendorf oder Putlos versetzen lassen. Es sei ein „Irrglaube“, dass die Kaufkraft in Lütjenburg und Umgebung durch den Weggang der Bundeswehr geschwächt worden sei. In den neuen Unternehmen auf dem Kasernengelände entstünden zudem über 60 Arbeitsplätze.

 Sohn warnte auch davor, angebliche Leerstände zu beklagen. Es gebe in Lütjenburg mehr Neueröffnungen als Schließungen von Geschäften. „Man kann sich auch selbst tot reden.“

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Hans-Jürgen Schekahn
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