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Wirbel um Häschen in der Grube

Lütjenburg Wirbel um Häschen in der Grube

Noch ist Ostern vier Wochen entfernt. Aber die ersten Häschen sind schon aufgetaucht: Zwei Hasenjunge sorgten im Kindergarten am SOS-Kinderdorf in Lütjenburg für Aufregung. Umweltberaterin Julia Steigleder nahm die niedlichen Tiere in Kurzzeitpflege.

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Umweltberaterin Julia Steigleder hält ein Hasenjunges in der Hand. Sie nahm zwei Tiere in Kurzzeitpflege.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Die Kinder entdeckten am Freitag die Häschen im Sandkasten und holten sich Hilfe von der Nabu-Beratungsstelle in Lütjenburg. Die Zwei hockten in einer kleinen Senke. Steigleder: „Das waren wirklich Häschen in der Grube.“ Da der Platz auch ein öffentlicher Spielplatz ist, fürchtete die Nabu-Mitarbeiterin um das Wohl der beiden Mini-Hasen. Es sei auch ziemlich ungewöhnlich, dass die Tiere fast in der Stadt ihren Nachwuchs ablegen. Die Häschen kamen nach Rücksprache mit der Unteren Naturschutzbehörde und einer Expertin in einen Karton mit Holzwolle und machten eine kleine Reise in die Beratungsstelle. Erst am Abend, als keine Kinder dort mehr spielten, setzte Steigleder die Hasenjungen wieder in die Sandkiste. Das Muttertier kommt nämlich erst bei Einbruch der Nacht zurück, um ihren Nachwuchs zu säugen. Das geschieht nur ein- oder zweimal pro Tag.

Steigleder kontrollierte die Sandkiste über das Wochenende. Am Sonntag waren die Kleinen nun weg. Wahrscheinlich sind sie mit ihrer Mutter weiter gezogen ins nächste Versteck in der Feldmark. „Ich habe keine Spuren entdeckt, dass ein Mensch oder Tier sie weggebracht hat.“

Die Fürsorge für die Tiere hat ihren Grund. Die Population der Hasen ist in den vergangenen Jahrzehnten immer weiter geschrumpft, auch wenn Schleswig-Holstein noch immer Hasenland Nummer eins in Deutschland ist. Schuld gibt Steigleder der intensiven Landwirtschaft, der allmählich die Nahrungsgrundlage der Pflanzenfresser zerstört.

Was soll man tun, wenn man selbst einmal ein Häschen in der Grube findet? „Liegen lassen, liegen lassen, liegen lassen“, sagt die Umweltberaterin. Das gilt auch für kleine Vögel, Kaninchen oder kleine Füchse. Die Eltern kümmerten sich schon um ihre Kinder. Wer dennoch in Sorge um die Tierbabys ist, kann sich an den Nabu, den BUND oder das Wildtierheim in Preetz wenden.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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