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Solidarität mit Flüchtlingen

Lütjenburg feiert Solidarität mit Flüchtlingen

Mehrere Hundert Menschen kamen am Sonnabend trotz Regenwetters zum Fest der Solidarität vor dem Lütjenburger Rathaus, um ihre Verbundenheit mit den Flüchtlingen in der Stadt auszudrücken. Der Andrang war deutlich größer und die Stimmung besser, als es die Witterung erwarten ließ.

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Arabische Spezialitäten präsentieren (von links) die Deutsche Elfie Gergs, die Libanesin Yeldez Miri und die Albanerin Liza Mino.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Frank Hornschu (DGB Kiel) trat zur Begrüßung mit einer politischen Forderung ans Mikrofon. Fährschiffe sollten ins Mittelmeer verlegt werden und die Flüchtlinge sicher nach Europa transportieren, damit niemand mehr ertrinken müsse. Die Menschen dort fürchteten ihr schlechtes Leben in ihrer Heimat mehr als den Tod auf dem Wasser. Er lobte die Lütjenburger Flüchtlingshilfe und die Freiwilligen. Das sei ein wichtiges Zeichen in Zeiten, in denen Bewegungen wie Pegida in aller Munde seien. Das Fest der Solidarität sei ein Beweis, dass es in der Stadt kein Gegeneinander von Einheimischen und Neubürgern gebe, sondern ein Willkommen.

 Ein gutes Beispiel für gelungene Integration ist Yeldez Miri, die vor 25 Jahren vor dem Krieg und den Unruhen im Libanon nach Deutschland floh. Seit 20 Jahren lebt sie mit ihrer kleinen Familie in Deutschland und fühlt sich hier angenommen, wie sie sagt. Nur einmal lästerte eine Deutsche über das Kopftuch, das die Muslimin Miri trägt. Ihre Kinder sprechen Deutsch und Arabisch gleichermaßen akzentfrei. Das hat ungeahnte Vorteile. Tochter Fairuz Miri (18) arbeitet als Arzthelferin in Lütjenburg. Wenn Flüchtlinge aus dem Nahen Osten in die Praxis kommen, sind sie dankbar, dass Fairuz sie versteht und für den Arzt perfekt übersetzen kann.

 Yeldez Miri hilft bei der Flüchtlingsinitiative in Lütjenburg als wertvolle Übersetzerin. Zum Fest der Solidarität stand sie am Stand der internationalen Frauenkochgruppe, die von Elfie Gergs geleitet wird. 13 Frauen und ihre Kinder aus Deutschland, Albanien, Syrien, dem Libanon und Afghanistan treffen sich regelmäßig zum Kochen. Für die Festbesucher haben sie arabische Spezialitäten vorbereitet wie einen speziellen Petersiliensalat und Kichererbsenbrei. „Über den Tellerrand gucken. Für ein besseres Wir“ heißt es auf einem Plakat am Zelt.

 Nach Angaben von Bürgermeister Dirk Sohn leben zur Zeit 81 Flüchtlinge vor allem aus Syrien und Eritrea in Lütjenburg. Ihr Zahl werde wahrscheinlich auf 120 Menschen anwachsen. Probleme im Zusammenleben gebe es nicht, so seine Beobachtung. Der einzige „Vorfall“, der eher zum Schmunzeln verleite, sei ein Radfahrer gewesen, der in der falschen Fahrtrichtung unterwegs war. Man habe ihm wegen der Sprachprobleme vergeblich versucht zu erklären, worin sein Fehler lag.

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Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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