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Parkplatz ist gar keiner

Lütjenburger Rathaus Parkplatz ist gar keiner

Er sieht aus wie ein Parkplatz, ist aber keiner: der Vorplatz vor dem Lütjenburger Rathaus. Wer hier steht, zahlt 10 Euro Strafe, wenn er erwischt wird. Fast täglich stellen Auswärtige und Einheimische ihre Autos ab, wahrscheinlich ohne es überhaupt zu ahnen. Der Grund dafür ist eine optische Täuschung.

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Käme jetzt eine Politesse auf den Vorplatz des Lütjenburger Rathauses, wären Knöllchen für die Falschparker fällig.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Die Verstöße sind zahlreich. Selbst Google Maps hat Verkehrssünder aus der Satellitenperspektive an dieser Stelle fotografiert und festgehalten. Wer den Dienst im Internet aufruft, sieht gleich vier Falschparker auf der Karte. Es ist wahrscheinlich schwerer für Google ein Satellitenbild ohne Autos vor dem Lütjenburger Rathaus als eines mit zu bekommen. Wie kommt es zu diesem Missverständnis bei den Autofahrern? Der Altstadtkern Lütjenburgs ist bereits ein verkehrsberuhigter Bereich mit eingeschränktem Halteverbot. Der Rathaus-Vorplatz gehört sogar schon zur Fußgängerzone, wie Hendrik Schwinghammer, Pressesprecher der Kreisverwaltung, erläutert. Und in einer Fußgängerzone dürfen Autofahrer üblicherweise nicht fahren und somit auch nicht parken. Eine klare Logik. Warum steht dort kein Halteverbotsschild? Tatsächlich passieren die Autos auf dem Weg zum Rathaus 50 Meter davor das deutlich sichtbare Hinweisschild auf die Fußgängerzone.

 Wer sein Wissen von der Fahrschule nicht gänzlich im normalen Straßenverkehr vergessen hat, dem müsste eigentlich klar sein, dass er hier nicht abbiegen darf. Ausnahmen gibt es nur für Anwohner und den Lieferverkehr zu den Geschäften. Ansonsten ist der Weg vom Amakermarkt zur Markttwiete für Fahrzeuge tabu. Nach Angaben von Schwinghammer gilt die Grundregel, dass man auf eine bereits ausgewiesene Verkehrsregelung nicht noch einmal mit weiteren Schildern hinweisen solle. Stichwort: Abbau des Schilderwaldes. Daher sehe man vor dem Rathaus kein „Parken verboten“.

 Doch die eigentliche Krux bei der Sache dürfte sein, dass die Autofahrer die Zonen-Schilder nicht wahrnehmen und nur die schöne Pflastersteinstraße zum Rathaus mit den noch schöneren freien „Parkplätzen“ sehen. Der Weg ist einfach zu gut ausgebaut, um nicht befahren zu werden. Eine optische Täuschung.

 Die Wahrscheinlichkeit ein Knöllchen zu bekommen, ist groß. Die Politesse der Stadtverwaltung mache so gut wie täglich ihren Rundgang, so Lütjenburgs Bürgermeister Dirk Sohn.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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