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Mülleimer und Fundbüro

Lütjenburger Stadtteich Mülleimer und Fundbüro

Verwundert blicken die Passanten seit wenigen Tagen auf den Stadtteich in Lütjenburg. Die Stadtwerke haben das Wasser des kleinen Gewässers abgelassen, um die Steinmauern zu sanieren. Mit Erstaunen holten die Arbeiter das aus dem Schlamm, was in den letzten 15 Jahren achtlos ins Wasser geworfen wurde.

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Der Stadtteich in Lütjenburg ist leer. Es stehen Sanierungsarbeiten an den Stützmauern an. Stadtwerke-Vorstand Dennis Schulz ist erstaunt, was seine Mitarbeiter am Grund alles gefunden haben.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Stadtwerkevorstand Dennis Schulz kommt aus dem Aufzählen kaum heraus. Ein Fund freut ihn sogar: eine Baustellenabsperrung. Sie kam den Stadtwerken im vergangenen Jahr in der Innenstadt abhanden und wurde von irgendwelchen Rabauken in den Stadtteich befördert. „Die müssen wir nur sauber machen. Dann können wir sie wieder verwenden.“ Im Schlamm steckte ein kleiner Tresor. Die Arbeiter fanden auf dem Grund weiterhin große Mengen Patronenhülsen, die wie der Tresor ein Fall für die Polizei sein dürften. Sie entdeckten daneben mehrere Fahrräder, einen Plastikstuhl und Geldbörsen. Was Schulz traurig macht: Unmengen an Müll lagerte am Grund des Teiches. Hunderte von leeren Flaschen gingen in den Altglascontainer, der restliche Unrat in die graue Tonne. Einige Bürger betrachten das Gewässer offenbar als Mülleimer.

 Zur Überraschung der Stadtwerke-Mitarbeiter mussten sie sich auch als Fischer betätigen. Beim Ablassen des Wassers tauchten riesige Karpfen auf. Der größte hatte eine Länge von 1,30 Meter. Weitere Exemplare brachten es auf ebenfalls stattliche 1,20 Meter. Schulz vermutet, dass einige Lütjenburger ihre Fische aus Gartenteichen oder Aquarien in den Stadtteich befördert haben. Die Tiere haben ein neues Zuhause in anderen Regenrückhaltebecken der Stadt gefunden.

 Die Reinigungsaktion ist eigentlich nur ein Nebenprodukt. Das Hauptaugenmerk liegt auf der Sanierung der Umfassungsmauern. In den Ritzen haben sich Baumsämlinge angesiedelt, die das Mauerwerk gesprengt und zum Teil bereits zum Einsturz gebracht haben. 30000 Euro kostet die Instandsetzung der Mauern. Schulz rechnet damit, dass der Stadtteich noch für weitere sechs Wochen trocken liegen muss. Erst dann wird das Wehr verschlossen und der kleine Bach mit dem großen Namen Nil kann das Gewässer wieder aufstauen. In Zukunft wollen die Stadtwerke dem Stadtteich alle zehn Jahre auf den Grund gehen. Schulz ist jetzt schon gespannt, was dann wieder zutage gefördert wird. hjs

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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