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Waisenheim vor der Schließung

Lütjenburger helfen in Rumänien Waisenheim vor der Schließung

Das Waisenheim trägt den Namen „Stern der Hoffnung“. Der könnte nun für immer versinken. Die Einrichtung im rumänischen Alba Iulia steht wegen finanzieller Probleme vor der Schließung. Die Evangelische Jugend in Lütjenburg mit Diakon Howard Bleck an der Spitze kämpft dagegen an.

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Kaputte Fenster, verfallene Fassaden: Außerhalb des Stadtzentrums der rumänischen Stadt Alba Iulia herrscht bittere Armut. Jugendliche der Lütjenburger Kirchengemeinde helfen hier Bewohnern beim Einbau einer Holzheizung.

Quelle: Howard Bleck

Lütjenburg. Seit sechs Jahren unterstützen die Lütjenburger das Waisenheim, das 1989 auf Initiative einer Deutschen gegründet wurde. Es finanziert sich seitdem ausschließlich über Spenden. Die Jugendlichen organisieren Kleidersammlungen, treiben Geld auf, bringen die Dinge mit Hilfstransporten nach Rumänien und fassen vor Ort tatkräftig an. Die Evangelische Jugend Lütjenburg war Teil einer großen Helfer- und Spendengemeinschaft in Deutschland und der Schweiz. Die ist seit einem Jahr offenbar zusammengebrochen. „Zwei Drittel des Spendenaufkommens sind ausgefallen“, berichtet Diakon Bleck, der erst vor wenigen Tagen von einem Hilfstransport aus Alba Iulia zurückgekehrt ist. Die Einrichtung ist mittlerweile bei Gehältern und Rechnungen mit 14000 Euro im Rückstand. Das Waisenheim, das auch viele geistig und körperlich behinderte Kinder aufnimmt, verfügt aus finanziellen Gründen nur noch über 20 Plätze. Ursprünglich waren es rund 70, die auch benötigt würden. Aber es fehlt einfach das Geld. Der Hausmeister beispielsweise wird entlohnt, in dem er mietfrei dort wohnen und umsonst essen kann. Die Kinder, deren Unterbringung und pädagogische Betreuung nicht mehr bezahlt werden konnte, wurden ausquartiert.

 Die Ursache für den dramatischen Rückgang sieht Bleck nicht in mangelnder Hilfsbereitschaft. Die bestehe weiter bei den Vereinen, Verbänden und Firmen in Deutschland. Nur konzentrierten sie sich seit dem Einsetzen der Flüchtlingswelle auf die Hilfe für Syrer und Afghanen, die nach Deutschland gekommen sind. Die Waisenkinder in Rumänien fielen hinterrunter.

 Bleck findet die Armut in Rumänien „schockierend“. Auf der einen Seite sei die Stadt Alba Iulia im Stadtkern modern und durchaus schmuck. Doch je weiter man sich vom Zentrum entferne, begegneten einem Verzweiflung und Verfall. Er erlebte es jetzt, wie Erwachsene beim Waisenheim klopften und um Essensreste bettelten. Dabei ist die Speisekammer des Hauses selbst nur noch spärlich gefüllt. Einer Rentnerin aus der Nachbarschaft, die in einer unbeheizten Garage haust, erlaubt das Heim, sich mit an den Mittagstisch zu setzen. Die Gegensätze zwischen Arm und Reich in dem EU-Land Rumänien sind gewaltig, so der Jugenddiakon.

 Bleck organisiert nun einen außerplanmäßigen Hilfstransport aus Lütjenburg, um die größte Not zu lindern. Am 13. Dezember startet er mit Lebensmitteln, Matratzen und Bettgestellen an Bord in Richtung Rumänien. Und auch Weihnachtsgeschenke will er bringen. Das Geld in der Kasse reicht nur für die Miete eines Klein-Lkw. „Mehr können wir uns derzeit nicht leisten.“

 Um Lösungen zu finden, sucht Bleck nun nach Unterstützern. Erste Gespräche mit Wirtschaftsunternehmen hat er bereits geführt. „Da regt sich etwas. Dass ich überhaupt Zuhörer finde, ist sehr schön.“ Für Freitag, 11. November, laden die Evangelische Jugend und der Diakon die Bevölkerung zu einer Versammlung in die St.- Michaelis-Kirche ein. Dort gibt es ab 18 Uhr Informationen über das Kinderheim und die Art der Unterstützung, die die Lütjenburger leisten. Ideen, wie man helfen kann, sind gern gesehen.

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