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Soldaten legen Diensteid ab

MUS Plön Soldaten legen Diensteid ab

Oft finden öffentliche Vereidigungen und feierliche Gelöbnisse hinter den Kasernentoren statt – gestern gab es in Plön eine Ausnahme: 120 Maaten- und Bootsmannsanwärter sowie 155 Rekruten legten ihren Diensteid in aller Öffentlichkeit vor der Kulisse des Plöner Schlosses ab.

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Nach der Vereidigungszeremonie nutzten viele Angehörige unterhalb des Schlosses den Blick über den großen Plöner See für Erinnerungsfotos.

Quelle: Dirk Schneider

Plön. Eine Steilvorlage, die Ministerpräsident Torsten Albig, bei der Begrüßung nutzte, allerdings nicht ohne auf den Kontrast zwischen der wundervollen Kulisse und der Halbmast-Beflaggung zu Ehren von Helmut Schmidt hinzuweisen. Der am Dienstag gestorbene Altkanzler habe sein Leben lang seinem Land gedient – und damit schlug Albig die Brücke zurück zur Vereidigung. Auch die Soldaten dienten ihrem Land – und zwar in außergewöhnlichen Zeiten. Als es vor einigen Jahren hieß, die Freiheit Deutschlands müsse auch am Hindukusch verteidigt werden, habe man das nicht wirklich geglaubt. „Jetzt tun wir das Richtige gegen mordende Tyrannen und Fanatiker, vor denen die Menschen auf der Flucht sind“, so Albig.

 Die Krisen der Welt seien dichter an Deutschland herangerückt. Zur Bewältigung dieser Herausforderungen brauche das Land die Bundeswehr. Inzwischen seien mehr Soldaten in der Flüchtlingshilfe tätig als im Auslandseinsatz. Die Teilnahme an der Gelöbnisfeier sei für ihn eine Selbstverständlichkeit gewesen, denn „mein Besuch ist auch eine Verbeugung vor der Arbeit in der Marineunteroffizierschule in Plön, wo seit 1960 Unteroffiziere ausgebildet werden“.

 Zuvor hatte der Kommandeur der MUS, Kapitän zur See Matthias Kähler, auf das besondere Datum der Gelöbnisfeier hingewiesen: Der 12. November war vor genau 60 Jahren die Geburtsstunde der heutigen Bundeswehr, als in Bonn die ersten Freiwilligen zu Soldaten ernannt wurden. „Keine deutsche Armee vor uns hat dieses Alter erreicht“, was auch einer „weisen Außen- und Sicherheitspolitik“ geschuldet sei. Die Soldaten stimmte er auf die Bedeutung der Eidesformel ein: „Die Kernbegriffe machen deutlich, dass sie bereit sind, notfalls ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um die Freiheit des deutschen Volkes tapfer zu verteidigen.“

 „Mein Name ist Bond, James Bond!“ begrüßte der Kommandeur der Lehrgruppe B, Fregattenkapitän Steffan Helmich, Teilnehmer und Besucher der Gelöbnisfeier. Den „Etikettenschwindel“ begründete er damit, dass er gerne wüsste, dass „am Ende das Gute gewinnt und das Böse verliert“ – wie in einem 007-Film. Die Welt sei allerdings kein Spielfilm, sondern lasse zurzeit Krisen und Kriege quasi aus dem Nichts entstehen. Und da seien vor allem Marinesoldaten gefordert, die bei Einsätzen im Mittelmeer an ihre Belastungsgrenze gelangten, und trotz aller Erschöpfung strahlend von Bord gehen – wie vor einigen Tagen nach der Rückkehr des Tenders „Werra“. Er sei stolz auf die Soldaten, dass sie sich dem Kampf gegen das Böse für das Gute verpflichtet hätten – zwar ohne die technischen Spielereien, die ein James Bond zur Verfügung habe, aber in dem Wissen, die Unterstützung der Bevölkerung und der Politik zu haben.

 Personalien am Rande: Hochkarätiger Gast der Gelöbnisfeier war Jean Martens, Abteilungsleiter Einsatz im Marinekommando in Rostock. Die weiteste Anreise hatte Alexandra Stier, die aus dem 840 Kilometer entfernten Friedberg angereist war, um dabei zu sein, als ihr Sohn Fabian seinen Diensteid leistete.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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