21 ° / 17 ° Regenschauer

Navigation:
Nahwärme ist noch zu teuer

Machbarkeitsstudie Preetz Nahwärme ist noch zu teuer

Nach einer Machbarkeitsstudie zur Nahwärme aus regenerativer Energie für die Glindskoppel und Wundersche Koppel in Preetz ist das Projekt zurzeit noch zu teuer. Doch Hans Eimannsberger, der sich ehrenamtlich für die Umsetzung des Leuchtturmprojekts engagiert, sieht noch Einsparungspotenzial.

Voriger Artikel
Alter Bahnhof wechselt den Besitzer
Nächster Artikel
Gerätehaus in der Bahnhofstraße

Hans Eimannsberger wirbt für ein Nahwärmenetz in den nördlichen Stadtteilen von Preetz, das aus der Biogasanlage auf Hof Hörnsee (Foto) sowie geplanten Solarthermie- und Holzhackschnitzelanlagen gespeist werden soll.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Das Ergebnis der Studie stellte Eimannsberger in der Sitzung des Umweltausschusses vor. Untersucht wurden mehrere Varianten für das Nahwärmenetz, das aus einer bestehenden Biogasanlage auf Hof Hörnsee in der Nachbargemeinde Pohnsdorf sowie einer geplanten Solarthermie- und einer Holzhackschnitzelanlage gespeist werden soll. Diese Kombination ist, wie berichtet, deutschlandweit einmalig.

 Favorit sei eine Mischung aus 15 Prozent Biogas, 19 Prozent Sonnenenergie, 61 Prozent Holzhackschnitzel und fünf Prozent Erdgas. Mit dieser Kombination habe man auf einen Schlag auf 95 Prozent regenerative Energie umgestellt, so Eimannsberger. Die Kosten würden auf 80 Euro pro Megawattstunde geschätzt. Bilanz: „Die Preise sind zu hoch.“ Noch teurer wären zwei weitere Varianten mit einer Vergrößerung der Solarthermieanlage von derzeit geplanten 6000 auf 9000 Quadratmeter (damit sinkt der Erdgasanteil stark) oder sogar auf 19000 Quadratmeter. Dann hätte man 100 Prozent regenerative Energie, aber zu hohe Preise.

 „Auch mit der Variante eins liegen wir derzeit 20 Prozent über den heutigen Kosten von Öl und Gas“, gab Eimannsberger zu. Allerdings hätten die Gutachter Planungskosten von über einer Million Euro eingerechnet, was er für zu hoch angesetzt halte. Der zweite Punkt sei, dass man von einem Zinssatz von 3,2 Prozent ausgehe. Auch das sei zu viel: In Breklum beispielsweise zahle man 1,75 Prozent für ein Nahwärmenetz. „Es gibt diverse Positionen, da ist noch lange nicht alles ausgelutscht“, so der Ingenieur. Er selbst gehe von 60 Euro pro Megawattstunde aus. „Dann wäre man bei Öl und Gas auf dem heutigen Niveau, sodass man in den Wettbewerb eintreten kann.“

 Das Interesse für die Nahwärme scheine sehr hoch zu sein, meinte er weiter: Zu einer ersten Informationsveranstaltung seien 140 Besucher gekommen. Ein Folgetreffen ist für Donnerstag, 15. Dezember, ab 19 Uhr im Bodelschwinghhaus geplant. Die Vorbereitungsarbeiten könnten Anfang des Jahres in die Gründung einer Genossenschaft münden, hofft er.

 Martin Marquardt (BGP) fragte nach der Anschlussquote. 70 Prozent der 570 Hausanschlüsse müssten sich für das Nahwärmenetz entscheiden, so Eimannsberger, der darauf hofft, dass sich auch Großabnehmer wie die Hochhäuser anschließen. Im Januar steht ein Gespräch der Stadt mit den potenziellen Zuschussgebern auf der Agenda, teilte Umweltamtsleiter Jan Birk mit. „Die Finanzierung ist eine ganz wichtige Stellschraube“, erklärte Eimannsberger. Wenn die Stadt beispielsweise bereit sei, für eine Darlehenssumme von vier bis fünf Millionen Euro ganz oder in Teilen eine Bürgschaft zu übernehmen, könnte der Zinssatz enorm sinken und die Laufzeit verlängert werden. Und dann sei man auch bei den heute niedrigen Ölpreisen wettbewerbsfähig.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3