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Die Faszination der Marine

Lütjenburg Die Faszination der Marine

Kurz nach Kriegsende 1945 war es nur ein Stammtisch: Mehrere Männer aus Lütjenburg trafen sich regelmäßig beim Bier, um zu klönen. Daraus entwickelte sich die Marinekameradschaft von 1965 im Deutschen Marinebund (DMB), die im Mai ihr 50-jähriges Bestehen feiert.

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Jochen Brüchmann (links) und Peter Höhrmann zeigen einige Exponate aus dem Museum.

Quelle: Orly Röhlk

Lütjenburg. U-Boot-Kommandant Hans-Heinrich Ketels war für 25 Jahre erster Vorsitzender und Zivilangestellter der Standortverwaltung Lütjenburg. Zu den Gründungsmitgliedern zählten damals Willi Ahrens, Karl Steher, Oskar Marwinski, Willi Riemenschneider, Hermann Wiese, Wilhelm Brüchmann, Gerhard Krüger, Helmut Gemsjäger, Heinz Nüser und Günter Burmeister. „Die Treffen fanden abwechselnd im Café Riemenschneider und im Hotel Brüchmann statt“, sagt Jochen Brüchmann. Der 63-Jährige übernahm vor 15 Jahren den Vorsitz und wird seit drei Jahren unterstützt vom zweiten Vorsitzenden Peter Höhrmann (63). Im Kulturzentrum Alte Schmiede haben die 47 Mitglieder, darunter drei Frauen, ihr Vereinslokal vor vier Jahren eingerichtet, als das Soldatenheim Uns Huus zumachte.

 „Wir waren mal bei 60, das Traditionsbewusstsein ist nicht mehr so stark“, stellt Brüchmann fest. Aber in den vergangenen drei Monaten habe man fünf neue Mitglieder dazubekommen. Nach seinen Worten ist es nicht Bedingung, in der Marine oder Soldat (gewesen) zu sein. Er selbst war zwei Jahre bei der Marine und ist gelernter Koch. Peter Höhrmann lernte einst Lackierer. Allen Vereinsmitgliedern gemein ist das maritime Interesse, einige von ihnen besitzen eigene Schiffe oder Boote. Jüngster im Bunde sei aktuell der 24-jährige Marcel Munier, das am weitesten entfernte Mitglied lebt in Seattle (USA).

 Die Marinekameradschaft ist eine Sparte des Schleswig-Holsteinischen Heimatbundes und ein geselliger Verein. Jeden ersten Donnerstag im Monat ist ab 20 Uhr Zusammenkunft in der Alten Schmiede. Man trifft sich zu Kinoabenden, zum Labskausessen, fährt zur Rumregatta nach Flensburg oder zur Kieler Woche. Zu offiziellen Anlässen, zum Beispiel an Gedenktagen mit Kranzniederlegung an Ehrenmalen, wird der dunkelblaue Anzug aus dem Schrank geholt. Als Sargträger oder bei Seebestattungen geben Mitglieder das letzte Geleit.

 In der Alten Schmiede haben sie sich mit Sachspenden ein kleines Museum eingerichtet. Dort wird die antiquarische Kriegschronik von König Wilhelm von 1870/71 genauso verwahrt wie das historische Fotoalbum der Batterie Cecilie von 1914 und das Schiffstagebuch von 1968. Zum Schmunzeln ist die Zeichnung von Günter Burmeister, der die Pioniere der Kameradschaft 1958 mit dem Bleistift verewigte. Zu sehen gibt es außerdem Modellschiffe wie die holländische Staatenjacht aus dem 17. Jahrhundert. In der Vitrine wird eine Marineuniform von 1914 präsentiert. Die Paradejacke gehörte dem Vater von Rudolf Petrick aus Mucheln, der bei der Kaiserlichen Marine diente. Lütjenburgs Alt-Bürgermeister Lothar Ocker stiftete seine eigene Kapitänleutnant-Uniform, drapiert neben einem Taucherhelm, wie er bis ins 20. Jahrhundert getragen wurde.

 Das 50-jährige Jubiläum feiert der Verein am 2. Mai auf dem Markt beim Maibaumfest des Heimatbundes. Dort präsentiert er sich mit einem Infostand und einer U-Boot-Attrappe, ausgeliehen von der Marine Ratzeburg. Am 9. Mai folgt ein Fest für 120 geladene Gäste, dann wird auch DMB-Präsident Karl Heidt erwartet.

 Mit den Beiträgen unterhält der Marinebund unter anderem Ehrenmale und das U-Boot in Laboe sowie das dortige Scheerhaus. Bundesweit gehören dem Verband 19000 Männer und Frauen an.

 Informationen unter Tel. 04381/5955 oder www.mkluetjenburg.jimdo.com

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