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Neustart als Genossenschaft

Marktreff Barkauer Land Neustart als Genossenschaft

Nach einem Jahr Pause eröffnete der Markttreff in Kirchbarkau am Sonnabend wieder – mit neuer Leitung und unter dem Dach einer Bürgergenossenschaft. Diese Konstruktion ist in Schleswig-Holstein einmalig.

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Rappelvoll war der Markttreff bei der Eröffnung am Sonnabend.Die zukünftigen Kundinnen Babette Berke (rechts) und Monika Niemand (Mitte) brachten auch ein Geschenk für Marktleiterin Dagmar Thiele-Gliesche mit.

Quelle: Andrea Seliger

Kirchbarkau. „Es hat wirklich etwas gefehlt“, sagt Kundin Regina Wulf, „und wenn ich mir das Sortiment ansehe, bin ich begeistert“. Rappelvoll war der Laden zur offiziellen Eröffnung. Manche Besucher kamen mit Geschenken, die Jugendgruppe der Kirche mit einem selbstgedichteten Lied. Marktleiterin Dagmar Thiele-Gliesche strahlte.

 Dass wieder Leben in den Laden einzieht, war keineswegs selbstverständlich. Es war schon schwierig gewesen, einen Nachfolger für das Ehepaar Harms zu finden, das den Markt 13 Jahre lang betrieben hatte und 2014 in den Ruhestand gegangen war. Der neue Träger hielt nur ein Jahr durch. Da hatte der geplante Umbau und die energetische Sanierung noch nicht einmal begonnen, die Fördermittel vom Land waren aber schon zugesagt. Einstimmig hatte die Gemeindevertretung beschlossen, den Laden im Ort zu erhalten. Das Gebäude ist Eigentum der Gemeinde. Da sich kein neuer Betreiber fand, hat nun eine Bürgergenossenschaft den Laden übernommen. „Das ist einmalig in Schleswig-Holstein“, sagte Jürgen Blucha, Referatsleiter ländliche Entwicklung im Ministerium für Umwelt und ländliche Räume, bei der Eröffnung. Zwar gebe es unter den 36 Markttreffs schon zwei Genossenschaften, diese unterstützten bisher aber nur die Betreiber.

 160 Mitglieder hat die Genossenschaft schon. Davon seien 25 Prozent nicht aus Kirchbarkau, sondern aus den umliegenden Orten, berichtet Frank Jedicke, einer der beiden Vorsitzenden. Deshalb soll der Laden nun auch nicht mehr Markttreff Kirchbarkau, sondern Markttreff Barkauer Land heißen – nur das neue Schild ist noch nicht fertig.

 Ob sich das Geschäft diesmal trägt, muss sich noch zeigen: Zwar fallen die einst exorbitanten Energiekosten nach dem Umbau nun deutlich geringer aus. Und selbst Profi Jürgen Harms lobt die neue Gestaltung. „Ein richtiger Supermarkt“. Doch trotz Starthilfe durch den Landeszuschuss von 300000 Euro für den Umbau und die Genossenschaft: „Wir brauchen Nachhaltigkeit“, so Jedicke,, und appellierte ans Publikum: „Wir stimmen mit den Füßen ab“. Das sieht auch Wolf-Dietrich Rath so, stellvertretender Amtsvorsteher in Preetz-Land: „Das Projekt beginnt jetzt erst richtig – es ist kein Selbstgänger. Lassen Sie den Markttreff zu einen Ort werden, an dem man nicht nur einkauft.“

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