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Mausforscher wählerischer Nager

Max-Planck-Institut Plön Mausforscher wählerischer Nager

Wenn es um den Kontakt zum anderen Geschlecht geht, sind die Männchen der Hausmaus wählerisch, zumal zwischen deutschen und französischen Vertretern der Spezies Mus domesticus. Für seine Forschungen erhält Prof. Diethard Tautz, Leiter der Evolutionsgenetik im Max-Planck-Institut Plön, jetzt einen Preis in Kiel.

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Er forscht im Plöner Mäuse-Labor: Prof. Diethard Tautz, Leiter der Evolutionsgenetik im Max-Planck-Institut, wird jetzt in Kiel ausgezeichnet.

Quelle: Ralph Böttcher

Plön/Kiel. Für derlei Forschungsergebnisse steht Prof. Diethard Tautz vom Plöner Max-Planck-Institut (MPI) für Evolutionsbiologie. Auf der 109. Jahrestagung der Deutschen Zoologischen Gesellschaft diese Woche in Kiel erhält der 59-Jährige die Karl-Ritter-von-Frisch-Medaille, den bedeutendsten Wissenschaftspreis der Zoologie im deutschsprachigen Raum.

Sie seien zwar noch mitten in den Untersuchungen, erklärt der Direktor und Leiter der Abteilung Genetik für sein Team. Aber so viel steht fest: Die Mäusemännchen paaren sich nur zögerlich mit den Artgenossinnen von der anderen Seite des Rheins. Mehr noch: Dieses Auswahlverhalten wird offenbar über die väterliche Linie an die folgende Generation vererbt.

Geruch könnte entscheidend sein

Der Versuch einer Erklärung des Phänomens klingt beinah romantisch. Es könnte mit dem Geruch der Tiere zusammenhängen, mutmaßt Tautz, oder aber mit ihrer Sangeskunst. „Wir haben entsprechende Gesangsmuster im Ultraschallbereich nachgewiesen.“ Singende Nager mit Kontaktschwierigkeiten? Da staunt der Laie. Und der Fachmann setzt noch einen drauf: „Die Weibchen singen mehr als die Männchen, besonders wenn sie unter sich sind.“

Dass sich die vergleichende Genomforschung vorzugsweise mit dem kleinen Nager beschäftigt, hat seinen Grund: „Das Maus-System ist gut zu analysieren“, erklärt Tautz, der 2007 genau deswegen nach Plön gekommen ist. Er hatte in Frankfurt und Tübingen Biologie studiert, in Heidelberg promoviert und war nach der Habilitation in Tübingen ans Institut für Genetik der Ludwig-Maximilians-Universität München gegangen. Über die Universität Köln kam er ans MPI Plön, mit einer Honorarprofessur an der Christian-Albrechts-Universität Kiel.

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Ein Artikel von
Ralph Böttcher
Ressortleiter Ostholsteiner Zeitung

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