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Seewiesen: Mehrheit für Schlussstrich

Plön/Rathjensdorf Seewiesen: Mehrheit für Schlussstrich

Steht das Ende der seit zehn Jahren andauernden Planungen eines gemeinsamen Baugebiets „Seewiesen“ der Stadt Plön und der Gemeinde Rathjensdorf bevor? Im Plöner Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt gab es als Empfehlung an die Ratsversammlung eine Mehrheit von fünf zu vier Stimmen für einen Schlussstrich.

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„Am See“ heißt die Straße im Rathjensdorfer Ortsteil Tramm schon. Ob es jemals „Seewiesen“ heißen wird, steht nach wie vor in den Sternen.

Quelle: Peter Thoms

Plön. Der Rathjensdorfer Bürgermeister, Uwe Koch, bewies Geduld: In der Bürgerfragestunde zu Beginn der Sitzung warb er noch einmal für das gemeinsame Projekt, musste dann eineinhalb Stunden warten, bis „sein“ Tagesordnungspunkt aufgerufen wurde, und war dann weitere eineinhalb Stunden Augen- und Ohrenzeuge der Debatte mit dem für ihn frustrierenden Ergebnis.

 Der Ausschussvorsitzende Bernd Möller (SPD) machte zu Beginn deutlich, wie gerne er einen Schlussstrich ziehen würde: „Wir arbeiten seit zehn Jahren am Bebauungsplan, normal sind eineinhalb bis zwei Jahre.“ Der Kreis Plön sei zehn Jahre lang „ein steter Bremser“ des Projekts gewesen, das im Laufe der Jahre auf 107 Häuser (32 davon auf Rathjensdorfer Gebiet) geschrumpft sei. Nach Auswertung einer Potenzialanalyse habe man zuletzt eine schrittweise Bebauung in Quartieren in Erwägung gezogen – beginnend mit Neubauten auf dem Rathjensdorfer Teil der Seewiesen. Mittlerweile, und darauf zielte, wie berichtet, auch der Antrag der Grünen auf die „Beerdigung“ des Projektes ab, sei er zu der Überzeugung gekommen, dass im innerstädtischen Bereich noch genügend Flächen für Neubauten zur Verfügung stünden. Er untermauerte das an den Beispielen Düvelsbrook und Fegetasche mit (einige Jahre alten) Google-Earth-Bildern sowie mehreren Fotos großer Grundstücke, wo noch Platz für weitere Häuser sein könnte, „damit alle Ausschussmitglieder im Bilde sind“.

 Das stieß bei Bürgermeister Jens Paustian und den CDU-Vertretern im Ausschuss auf Widerstand: Paustian erinnerte an die Grundidee des interkommunalen Baugebietes auf bislang intensiv genutztem Ackerland („Plön wollte Platz für Neubauten, Rathjensdorf durfte keinen Flächen mehr ausweisen“) und stellte den prognostizierten Geburtenrückgang anhand einer neuen Studie des Max-Planck-Instituts für Demografie infrage. „Wir dürfen die Tür nicht zuschlagen, wo gibt es sonst so problemlose Flächen“, warnte der Verwaltungschef vor einem Ende aller Planungen.

 Jan Zender (CDU) sprach von einer „Abwicklung für Plön“, Dirk Krüger (CDU) glaubt nicht, dass jeder Häuslebauer mit einer kleinen Baulücke zufrieden sei, und Stefan Plischka (CDU) rechnete vor, dass nur ein Neubaugebiet steigende Einwohnerzahlen und damit höhere Schlüsselzuweisungen garantiere. Geld, das man dringend brauche, um die Infrastruktur mit Schwimmbad und Bücherei zu erhalten. Ein Luxus, den sich Preetz und Eutin bei immerhin doppelter Einwohnerzahl leisteten.

 Ursula Soltau (SPD) sorgt sich um die Nachbarn: „Wir dürfen umliegende Gemeinden nicht ausbluten lassen, indem wir ihre Einwohner nach Plön locken.“ Sabine Kauf (Grüne) begründete den Antrag ihrer Partei mit „Wohnraum schaffen, ohne Landschaft zu zerstören“, und Detlef Erdtmann (FWG) glaubt nicht, „dass es für die Grundstücke eine hohe Nachfrage gibt“.

 Die Argumente waren ausgetauscht, die namentliche Abstimmung endete mit fünf zu vier Stimmen für den Antrag der Grünen, und sorgt für genügend Diskussionsstoff in der kommenden Sitzung der Plöner Stadtvertretung – die Geschichte der Seewiesen ist noch nicht zu Ende.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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