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Mehrheit für eine Obergrenze

Flüchtlinge in Lütjenburg Mehrheit für eine Obergrenze

Bis zu 1000 Menschen sollen 2016 übergangsweise einen Platz in der Flüchtlingsunterkunft in der Lütjenburger Kaserne finden. Ginge es nach dem Willen der Lütjenburger Stadtvertretung, läge die Obergrenze bei 800. Ein CDU-Antrag mit einem entsprechenden Appell an das Innenministerium fand eine Mehrheit.

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In ehemaligen Kasernengebäuden in Lütjenburg werden nun Flüchtlinge untergebracht.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Die Diskussion am Mittwoch verlief teilweise emotional und nicht immer übersichtlich. Thomas Hansen (CDU) kritisierte das Zahlenverhältnis zwischen Flüchtlingen und den Einwohnern Lütjenburgs. Der Anteil der Menschen aus Syrien oder Afghanistan würde damit 17 Prozent betragen. Im Vergleich dazu müsste Kiel 40000 Menschen aufnehmen. Hansen: „Die Integrationsfähigkeit der Bevölkerung hat Grenzen.“ Er lobte gleichzeitig die vielen freiwilligen Helfer. Man könne dafür stolz auf Deutschland sein.

 „Wir halten viel von Solidarität, gerade zu Weihnachten“, hielt ihm Jürgen Panitzki (SPD) entgegen, der 1000 Menschen für verkraftbar für die Stadt hielt. In Boostedt oder Oldenburg, wo es auch große Unterkünfte gebe, sage niemand, dass es zu viele Menschen seien. Panitzki zitierte Kanzlerin Merkel: „Warum soll das in Lütjenburg nicht funktionieren? Wir schaffen das.“

 Das sah seine Parteikollegin Christel Seick anders. Die SPD-Frau engagiert sich ehrenamtlich bei der Willkommensinitiative in Lütjenburg. Die Zahl von 1000 Menschen hält sie für zu hoch, sieht das Ehrenamt überfordert. Es würde sich dann niemand mehr finden, der etwas machen wollte.

 Eckard Voß (SPD) unterstrich hingegen, dass die 1000 Menschen in der Kaserne versorgt und hauptamtlich betreut würden. „Die kommen nicht nach Lütjenburg und überfluten den Wohnungsmarkt.“

 Klaus Giesche (Grüne) lehnte den CDU-Antrag ebenfalls ab. In anderen Orten liege der Flüchtlingsanteil noch viel höher als in Lütjenburg, ohne dass es Probleme gebe.

 Renate Wertz (fraktionslos) spürte ein großes Unbehagen in der Bevölkerung. „Wir müssen auch an unser eigenes Wohlergehen denken.“ Die Stadt lebe vom Tourismus. Und die Urlauber würden nicht hierher kommen, um Flüchtlingen zu begegnen. Sie sprach dabei von arabisch aussehenden Menschen, die man mit Tüten von Aldi und Lidl im Stadtgebiet sehen würde. Eckard Voß (SPD) widersprach dieser Ansicht. Die Stadt lebe vom „Fremdenverkehr“. Auch die Feriengäste seien „Fremde“. Würde man Flüchtlinge ausgrenzen, schließe man gleichzeitig diese Gruppe aus.

 Einen anderen Gedanken brachte die Gleichstellungsbeauftragte Julia Plöger in die Debatte. Sie plädierte auch für eine Obergrenze, aber nicht aus Fremdenfurcht, sondern wegen der Qualität der Unterbringung und einer drohenden Enge in den Gebäuden.

 Am Ende stimmten neun Vertreter von CDU und Wertz für eine Obergrenze, sieben aus den Reihen von SPD und Grünen dagegen. Die SPD-Vertreter Christel und Winfried Seick enthielten sich.

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Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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