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Michael Langholz ist neuer König

Lütjenburg Michael Langholz ist neuer König

Michael Langholz, 48-jähriger Gärtnermeister und Friedhofsverwalter aus Lütjenburg, und Ehefrau Astrid (45) sind das neue Königspaar der Lütjenburger Schützen-Totengilde von 1719. Ein Jahr lang regiert er nun mit seiner Ehefrau Astrid.

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In feierlicher Runde (von links): Annegret und Gildeoberst Dirk Timmermann, Jule, Astrid und der neue König Michael Langholz, Antje und die neuen zweiten Majestät Peter Pappenheim sowie Birte und die vorherige zweite Majestät Ralf Schmudlach.

Quelle: Orly Röhlk

Lütjenburg. Der Königsschütze und Maschinenbauingenieur Klaus Schnack (64) traf mit dem 554. Schuss um 17.57 Uhr den Rumpf des Vogels in der Tannenschlucht. Damit hob der Ältermann der Neuhauser Schützen- und Sterbegilde von 1881 aus Giekau und Mitglied der Lütjenburger Gilde sozusagen die neue Majestät Michael Langholz auf den Thron.

 Königsschütze ist immer derjenige, der am Ende den Rumpf abschießt, doch traditionell wird nicht ihm dafür der Titel verliehen. Vielmehr gibt es eine verdeckte Schießliste, die nur Gildeoberst Dirk Timmermann bekannt ist. Darauf haben alle Schützen, die bereit wären, Majestät zu sein, eine Nummer. Zugleich wurde allen 147 Schützen, die auf den Vogel schießen, eine der Nummern zugewiesen. Ganz mit leeren Händen muss der Königsschütze nicht von dannen ziehen. Er bekam einen silbernen Löffel. Und weil Schnack auch den Schwanz abgeschossen hatte, erhielt er gleich zwei Silberlöffel. Zuvor waren nach und nach die zwei Flügel, Krone, Kopf, Zepter und Reichsapfel des Vogels gefallen. Geschossen wird in Lütjenburg mit Schrot aus Großkaliberbüchsen.

 „Ich bin sehr glücklich, dass es diesmal nur 554 Schuss waren, jeder Schuss kostet 1,20 Euro“, erklärte Timmermann. Die Schützen hätten die richtigen Punkte getroffen und seien sehr gut gewesen. „Die Freude kommt allmählich durch“, gab ein sichtlich überraschter Michael Langholz zu. Er durfte eine Suppenkelle aus reinem Silber mit nach Hause nehmen und regiert nun für ein Jahr. Langholz ist seit 1993 Mitglied, seine Astrid seit 18 Jahren.

 Noch viel länger halten die Brüder Achim (81) und Dieter Holbek (83) der Gilde die Treue. Als die Gildefeste nach dem Krieg 1951 wieder auflebten, waren sie bereits als Jugendkönige dabei. Beide verschlug es aus beruflichen Gründen 1952 nach Duisburg. Im Laufe der Jahren fuhren sie rund 28000 Kilometer, um alljährlich aus ihrer Wahlheimat zum Gildefest nach Lütjenburg zu kommen. Dafür wurden die gebürtigen Lütjenburger Jungs von Jochen Hass mit dem Otto-Maack-Gedächtnispokal ausgezeichnet, der den Pokal 2015 erhielt. Neue zweite Majestät ist Vorjahreskönig Peter Pappenheim, der den Titel von Ralf Schmudlach übernahm.

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