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Mit Kultur gegen Fracking

Benefiz-Festival in Stein Mit Kultur gegen Fracking

Der breite Widerstand gegen Fracking im Kreis Plön hält an. Für die Bürgerinitiative ist das Thema trotz des Rückzugs der Unternehmen keineswegs erledigt. Um die Gemeinde Stein bei den Gerichtskosten zu entlasten, organisiert die BI jetzt ein dreitägiges Benefiz-Kulturfestival.

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Gelbe Stühle symbolisieren den breiten Protest gegen Fracking.

Quelle: Thomas Christiansen

Stein. Von Jan Graf über Ute Haese und Jürgen Turkowski bis zu Matthias Stührwoldt reicht die große Zahl an Künstlern, die alle ohne Gage bei dem von der Gemeinde Stein mitveranstalteten Festival vom 2. bis 4. September in Stein, Probsteierhagen und Dobersdorf auftreten. Alle Eintrittsgelder gehen in voller Höhe an die Gemeinde Stein zur Finanzierung der Gerichtskosten. „Es wäre schön, wenn wir unseren Haushalt damit etwas entlasten können“, sagt Steins Bürgermeister Peter Dieterich.

 Die Gemeinde Stein hatte 2015 beim Verwaltungsgericht Schleswig – stellvertretend für viele Gemeinden – Klage gegen die Erteilung der Aufsuchungsbewilligung durch das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie wegen Nichtbeteiligung der Gemeinde eingelegt. Die wurde jedoch abgewiesen und Stein blieb auf Gerichtskosten von rund 13000 Euro sitzen.

 Seitdem hat die BI gegen CO2-Endlager/Regionalgruppe frackingfreier Kreis Plön bereits einige Spenden gesammelt, von der Gemeinde Dobersdorf kamen 1000 Euro. Unter dem Motto „Kultur statt Fracking“ hat die BI jetzt für das Wochenende Anfang September ein großes Benefiz-Kulturfestival mit dem Titel „Rolling Stein“ organisiert. Für „diejenigen, die die Eintrittspreise für viel zu niedrig angesetzt halten, werden wir unaufdringlich aufgestellte Spendendosen platzieren“, heißt es im Flyer der BI.

 Der Eintritt zu den beiden Abendveranstaltungen kostet jeweils 9 Euro, für den Sonntagmorgen 12 Euro, Hartz IV-Empfänger zahlen jeweils die Hälfte. Smoking-Träger – nicht Frack-Träger – erhalten bei den Abendveranstaltungen ein Freigetränk. „Wir haben vereinbart, dass in diesen Veranstaltungen keine Reden und andere Wortbeiträge, welche über die aus unseren Kreisen und der Gemeinde Stein erfolgenden Moderation hinausgehen, stattfinden. „Es sollen reine Kulturveranstaltungen sein“, betont Frank Tietgen, zweiter Vorsitzender der BI.

 Am Freitag, 2. September, 19.30 Uhr, im Schloss Hagen singt und erzählt Jan Graf unter dem Motto „Laat mi an Land mit dat Schiet“. Anschließend erzählt Achim Schuldt plattdeutsche Geschichten. Zum Probsteier Poeten Palaver am Sonnabend, 3. September, 19.30 Uhr, in der Karl-Jacques-Halle Tökendorf kommen Michael Engler, Ute Haese, Torsten Prawitt und Therese Chromik, für die Musik sorgt Peter Haacks. Zu „Kultur-Schlemmereien statt Bohrschludereien“ laden am Sonntag, 4. September, 11 Uhr, im Haus des Kurgastes in Stein Jürgen Turkowski, Matthias Stührwoldt, Allerley, Peter Haacks und Klaus Nissen ein. Anschließend versteigert Rüdiger Boll Kunstgegenstände.

 Trotz der Rückgabe der bereits erteilten Aufsuchungsgenehmigungen der in den Feldern Prasdorf, Preetz und Plön-Ost aktiv gewordenen Unternehmen sieht die BI das Fracking nicht endgültig abgewendet. Von anderen Unternehmen könnten jederzeit neue Anträge gestellt werden. Außerdem habe der Bundestag im Juni keineswegs einen „Frexit“ beschlossen, sondern nur ein Verbot des unkonventionellen Frackings. Das konventionelle Fracking nach Öl in Sand- und Kalksteinformationen könne also weiterhin zum Einsatz kommen.

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Ein Artikel von
Thomas Christiansen
Ostholsteiner Zeitung

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Foto: Matthias Gnauck (links) und Claudius Witzki (rechts) übergaben Bürgermeister Peter Dieterich einen gerahmten 500-Euro-Schein.

Nachdem zahlreiche Gemeinden, Organisationen und Einzelpersonen gespendet haben, muss die Gemeinde Stein selbst nur noch einen relativ kleinen Teil der Gerichtskosten im Kampf gegen Fracking selbst tragen. „Das sieht schon ganz gut aus“, meint Bürgermeister Peter Dieterich erleichtert.

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