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Mitgebrachtes Futter bald tabu

Wildpark Schwentinental Mitgebrachtes Futter bald tabu

Immer wieder erkranken Tiere im Wildpark Schwentinental, weil sie von Besuchern mit ungeeigneter Ware gefüttert werden. Ein Pony und zwei Ziegen starben sogar an Kolik. Um solche Fälle künftig zu verhindern, beschloss der Umweltausschuss, dass künftig nur noch das Automatenfutter verwendet werden darf.

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In Zukunft ist im Wildpark Schwentinental nur noch das Futter aus dem Automaten erlaubt – zu oft sind Tiere wegen falscher Fütterung erkrankt.

Quelle: Andrea Seliger

Schwentinental. Schon lange sind die Zäune der Tiergehege mit Hinweisen versehen. So wird darum gebeten, keine Nudeln zu verfüttern. Dennoch kann man immer wieder beobachten, dass Eltern ihren Kindern Spaghetti in die Hand drücken, „weil es einfacher ist“, wie Wildpark-Mitarbeiter Nils Staack weiß. Auch vergammeltes Gemüse findet seinen Weg auf die Koppeln obwohl dies „für Tiere genauso schädlich ist wie für Menschen“.

 „Viele machen es richtig, aber einige reichen auch Brötchen mit Analogkäse über den Zaun“, so Klaus Uhde vom Umweltamt, der das „Fremdfütterungsverbot“ im Ausschuss vorstellte. Neben dem verstorbenen Pony und den beiden Ziegen geht möglicherweise auch der Tod von zwei Highlandrindern auf das Konto falscher Fütterung. Dazu kommen Durchfallerkrankungen bei Schafen und Ziegen. Dies würde man gerne künftig verhindern: „Auch das Kreisveterinäramt spricht sich für ein Fremdfütterungsverbot aus“, so Uhde.

 Wer den Tieren dennoch etwas geben möchte, kann eine Packung aus einem der fünf Automaten ziehen, die vom Wildpark-Team befüllt werden. Das Futter ist auf die Bedürfnisse abgestimmt. Ein weiterer positiver Effekt: Anhand des Verbrauchs könnten die Pfleger auch erkennen, wie viel die Tiere bereits bekommen haben, und ihre Fütterung darauf abstimmen.

 Bei den Ausschussmitgliedern lief Uhde mit dem Vorstoß offene Türen ein. Aus Gründen des Tierschutzes würde Ulrich Markmann-Mulisch (Grüne) das Füttern sogar am liebsten ganz verbieten. Erfahrungen in Zoos zeigten, dass man es nie ganz unter Kontrolle bekomme. Christoph Ache (CDU) plädierte für die Automaten-Variante, „wenn man den Schwentinepark als Familienerlebnis erhalten will“.

 Genauso sah es Peter Köhler (SPD): „Wenn es keine Automaten mehr gibt, bringen die Leute wieder was mit.“ „Dass Kinder Tiere füttern wollen, wird man nicht unterbinden können“, meinte auch Hannelore Malterer (SPD) und plädierte dafür, über Schulen und Kindergärten für die tiergerechte Variante zu werben. „Allein die Beschilderung wird es nicht richten.“

 Auch Britta Weißhuhn (SWG) warf die Frage auf, wie das Verbot der Fütterung mitgebrachter Ware denn überwacht werden könne. Uhde setzt darauf, dass die Wildpark-Mitarbeiter mit einem Schild nun erst eine Grundlage haben, Parkbesucher auf falsches Verhalten anzusprechen. „Es ist auf alle Fälle die richtige Richtung“, meinte der Ausschussvorsitzende Joachim Stenzel. Der Beschluss fiel einstimmig. Endgültig entscheidet die Stadtvertretung am 22. Februar.

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