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Seniorenmobil im Probelauf

Mobilität im Alter Seniorenmobil im Probelauf

Ein Seniorenmobil geht in den Herbstferien testweise in vier Gemeinden des Amts Lütjenburg an den Start. Helmstorf, Dannau, Högsdorf und Kühren wollen damit älteren Mitbürgern ohne Auto das Einkaufen in Lütjenburg erleichtern.

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Helmstorfs Bürgermeisterin Birgitta Ford und ihre Mann Michael, der mit einem Nissan-Bus die Senioren aus den Dörfern abholt und nach Lütjenburg zum Einkaufen fährt.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Die Mitfahrgelegenheit ist kostenlos. Das Konzept könnte Vorbild für andere ländliche Kommunen sein, die nur über wenige Busverbindungen verfügen.

 Die ersten Touren starten jeweils mittwochs am 21. und 28. Oktober. Dann ist Markttag in Lütjenburg. Der Sechssitzer, den das Autohaus Gehrmann zur Verfügung stellt, startet um 9.30 Uhr von Kirchnüchel aus und fährt dann über Neu Harmhorst, Alt Harmhorst, Flehm, Högsdorf, Gowens und Kühren. Gegen 10 Uhr erreicht er den Lütjenburger Marktplatz. Die Rückfahrt erfolgt gegen 12.30 Uhr nach Absprache in umgekehrter Reihenfolge. Bei großer Nachfrage fährt das Seniorenmobil auch zweimal. Wenn nötig, werden die Personen abgeholt und später wieder nach Hause gebracht. Wichtig ist die Anmeldung. Sie erfolgt am vorhergehenden Dienstag zwischen 16 und 18 Uhr bei Birgitta Ford (Tel. 04381/8708) oder Michael Ford (Tel. 0170/5331741).

 Nach den beiden Probeläufen setzen sich alle Beteiligten zusammen und schauen, ob genügend Fahrgäste eingestiegen sind. War die Nachfrage nur gering, war es das mit dem Seniorenmobil. Wenn tatsächlich viele ältere Mitbürger das Angebot nutzen, wird daraus eine Dauereinrichtung.

 Partner sind dabei die Verkehrsbetriebe im Kreis Plön (VKP). „Das hat einen genehmigungsrechtlichen Hintergrund“, sagte VKP-Geschäftsführer Friedrich Scheffer. Rein formell handelt es sich bei dem kostenlosen Seniorenmobil, das von ehrenamtlichen Fahrern gesteuert wird, um einen „gewerblichen Personennahverkehr“. Und der ist gesetzlich geregelt. Vor allem die Frage der Haftung spielt dabei eine Rolle. Wer kommt dafür auf, wenn sich beim Einsteigen jemand verletzt? Was passiert bei einem Verkehrsunfall? In einem Aufruf der vier Bürgermeister an die Bürger heißt es: „Wir werden in Zusammenarbeit mit der VKP eine Lösung suchen, die den gesetzlichen Vorgaben entspricht und dann auch auf Dauer Bestand haben kann.“ Geboren wurde die Idee für den ehrenamtlichen Busverkehr in der Gemeinde Helmstorf. Bürgermeisterin Birgitta Ford hatte beobachtet, wie ältere Menschen aus ihrer Gemeinde Probleme haben, in die Stadt zum Einkaufen oder zum Arzt zu kommen. Zudem steuert der Linienbus nur den Gilden- und nicht den zentralen Marktplatz an. Die Wartezeit für die Rückfahrt beträgt teilweise vier Stunden. Eine Zeitdauer, die man älteren Menschen nicht zumuten kann, befanden die Helmstorfer. Das sah man auch in Dannau, Högsdorf und Kirchnüchel so und schloss sich dem Projekt an.

 Die Region hat ein Problem vieler ländlicher Gebiete. Es ist dünn und relativ weit auseinanderliegend besiedelt. Hier im Stundentakt Busse fahren zu lassen, ist vollkommen illusorisch. Gleichzeitig ist der Anteil älterer Menschen relativ hoch. Wenn sich das Seniorenmobil zwischen Kirchnüchel und Lütjenburg bewährt, dürften auch andere Landgemeinden sich das Modell einmal genau anschauen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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