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Geschäftsaufgabe ist gar keine

Modehaus Mews Geschäftsaufgabe ist gar keine

Das Wort Geschäftsaufgabe entsetzte viele Lütjenburger. Schließt etwa das seit 1945 am Markt ansässige Traditionshaus? Natürlich nicht. Mit nunmehr fast 70 Jahren möchte Inhaber Thomas Nathusius nur seinen Ruhestand genießen. Michael Selk vom Sporthaus Gehrmann führt das Geschäft vom 15. Februar an weiter.

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„Wir hören nicht auf. Ich höre nur auf.“ Thomas Nathusius, Inhaber des Modehauses Mews in Lütjenburg, geht nun mit fast 70 Jahren in den Ruhestand.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Vor 17 Jahren übernahm Nathusius das Modehaus von der Gründerfamilie. Ein Schritt, den der gelernte Kaufmann niemals bereut hat. „Lütjenburg ist ein guter Standort, um Geschäfte zu machen.“ In Baden-Baden aufgewachsen erlebte er die Menschen der Region als aufgeschlossen Neuem gegenüber, offen und freundlich. „Sie sind ungemein positiv.“

 Er schätzt auch die Gemeinschaft der Lütjenburger Kaufleute. Sie hätten eingesehen, dass man gemeinsam für den Standort Werbung machen müsse. „Die Konkurrenz kommt von außerhalb der Stadt.“ Ein Lob erhalten auch die Gärtner vom Bauhof, die sich so liebevoll um die Blumenbeete kümmerten.

 Nach der Kaufmannslehre stieg Nathusius bereits mit 27 Jahren zum Geschäftsführer eines Heidenheimer Mode-Filialisten auf. Später folgten 13 Jahre bei der Firma Ramelow in Uelzen. 4000 Quadratmeter Verkaufsfläche und 100 Mitarbeiter musste Nathusius dort organisieren. „Das war der Grundstein für meine spätere Selbstständigkeit.“ Der Eigentümer von damals ließ seinen tüchtigen Geschäftsführer vertrauensvoll walten und schalten. Gewachsen um viele Erfahrungen wechselte er danach als Mitgesellschafter zu einem Familienunternehmen in Wolfenbüttel und hörte nach acht Jahren wieder auf. Dort habe sich wenig bewegt, es habe keinen Spielraum für Veränderungen gegeben. Dann kam Lütjenburg. Das Modehaus Mews verfügt heute über eine Verkaufsfläche von 800 Quadratmetern und 17 Mitarbeiter, die auch unter neuer Regie ihren Arbeitsplatz behalten. Überhaupt seine Mitarbeiter: Sie seien ein Grund für den Firmenerfolg gewesen, lobt Chef Nathusius. „Ohne die geht gar nichts.“

 Den Verkauf von Mode vergleicht er mit Warentermingeschäften an der Börse. Man kaufe zu einem bestimmten Preis eine Ware frühzeitig an, wisse aber nicht, ob man den Geschmack treffe und sie an den Mann oder die Frau bringen könne. Man müsse Spaß haben an diesem Risiko. „Und ich mag das.“

 Die neue Kollektion der Frühjahrs- und Sommermode hat bereits der kommende Eigentümer ausgesucht und bestellt. Nathusius war das erste Mal nicht dabei. Ein erster Vorgeschmack auf den Ruhestand, den er in seiner Wahlheimat Lütjenburg verbringen möchte. Vermissen werde er auch das Gespräch mit den Kunden und seinen Mitarbeitern. Was er nach dem 15. Februar vorhat? Der künftige Rentner zählt eine Reihe von interessanten Dingen auf, die er machen möchte. Nur in der Zeitung sollen sie nicht stehen. „Vielleicht schaffe ich ja nicht alles.“ Und wie sehe das dann aus?

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
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