15 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Modellflieger in Sorge um ihr Hobby

postseefeldmark Modellflieger in Sorge um ihr Hobby

Die Preetzer Modellfluggruppe macht momentan unter anderem mit einer Petition mobil. Grund: Die rund 60 Mitglieder, darunter auch Männer aus Kiel, Schwentinental und Schönkirchen, fürchten um ihr Hobby. Hintergrund ist die geplante Novellierung der Luftverkehrsordnung.

Voriger Artikel
Tourist-Info vor dem Aus
Nächster Artikel
247 unbesetzte Ausbildungsplätze

Mitglieder der Modellfluggruppe Preetz befürchten, ihrem Hobby bald nicht mehr nachgehen zu können.

Quelle: Anne Gothsch

Preetz. Die wird derzeit im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) vorbereitet. Hauptkritikpunkt der Modellflieger: Nach bisherigen Informationen ist darin vorgesehen, die Flughöhe auf 100 Meter zu begrenzen, selbst auf ausgewiesenen Modellflugplätzen.

 „Das wäre für uns das Aus des Modellflugsports. Denn es würde uns so weit einschränken, dass es nicht nur keinen Spaß mehr machen, sondern sogar die Sicherheit beeinträchtigen würde“, betont Malte Ruhm, zweiter Vorsitzender der Modellfluggruppe Preetz. „Gerade für unsere größeren ferngesteuerten Modelle ist es wichtig, höher als 100 Meter fliegen zu können, damit für den Steuernden genug Zeit und Höhe bleibt, um auf Unvorhergesehenes reagieren zu können. Das ist vor allem im Schulungsbetrieb wichtig, wenn der Trainer eingreifen und das Steuer übernehmen muss. Schließlich betreiben wir Nachwuchsförderung“, erläutert Ruhm.

 Aktuell dürfen die Modellflugsportler, die sich regelmäßig auf ihrem Übungsplatz in der Preetzer Postseefeldmark treffen, mit ihren Fluggeräten nach eigener Aussage bis auf 600 Meter steigen, die durchschnittliche Höhe liege bei 300 Metern. Auch ein Schleppverband, also ein motorbetriebenes Flugzeug, das einen Segelflieger nach oben bringt, benötige deutlich mehr als 100 Meter Höhe.

 Weshalb die Flughöhe nun per Gesetzesänderung begrenzt werden soll, darüber können die Hobbypiloten nur spekulieren. „Angeblich soll damit der rapide gestiegene Einsatz von Drohnen sowie Quadro- oder Multicoptern, meist mit Kameras bestückt, eingeschränkt beziehungsweise reguliert werden. Doch schon jetzt gibt es für diese Geräte klare Regeln. So dürfen sie beispielsweise nur auf Sicht geflogen werden, in maximal 100 Metern Höhe, nicht über Menschenansammlungen, Unglücksorten, Kasernen, Kraftwerken oder in Flughafennähe. Verstöße dagegen können schon jetzt geahndet werden, da braucht man kein neues Gesetz“, erläutert Malte Ruhm. Zudem könnten Fotos, welche die Persönlichkeitsrechte verletzen, auch oder sogar noch besser aus geringerer Höhe gemacht werden, da nütze das neue Gesetz wenig. „Denn die Absatzzahlen für solche Flugkörper steigen permanent, doch um die gesetzlichen Vorschriften kümmern sich offenbar viele einfach nicht, geschweige denn, dass sie versichert sind“, mutmaßt der Preetzer. „Wir halten dagegen seit Jahrzehnten ein detailliertes Regelwerk ein und sind alle versichert. In unser Hobby stecken wir ziemlich viel Geld und vor allem Zeit. Wir wollen darum kämpfen, es weiter ausüben zu können“, betont Arnd Hinz und erläutert, dass in vielen der selbstgebauten Modelle schon mal 2000 bis 3000 Euro stecken. „Außerdem darf man nicht vergessen, dass da ein ganzer Industriezweig mit entsprechenden Arbeitsplätzen dranhängt, mit Gewerbe, Handel, Messen, Fachzeitschriften und so weiter. Deshalb hoffen wir, dass uns möglichst viele unterstützen und die Petition ebenfalls unterzeichnen.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3