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Anwohner wollen Kindergarten verhindern

Mönkeberg Anwohner wollen Kindergarten verhindern

Ein geplanter Kindergarten-Neubau wird zum Zankapfel in Mönkeberg. Anwohner bereiten ein Bürgerbegehren gegen das Projekt vor. Ihre Begründung: Die Natur sei in Gefahr, weil das angrenzende Waldgebiet in einem geschützten Landschaftsteil für die Zufahrt gerodet werden müsste.

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Auf diesem Areal in Mönkeberg soll der Kindergarten gebaut werden.

Quelle: Nadine Schättler

Mönkeberg. Außerdem sorgen sich die Initiatoren um die Ruhe in ihrem Wohngebiet. Es wäre das erste Mal in Schleswig-Holstein, dass Bürger in dieser Form gegen eine Kita aufbegehren.

 Michael Rißling (65) und Jan-Willem Rossée (44) im Vossbarg sind sauer. Die Wortführer des Protestes in der Straße fühlen sich bei der Standortwahl ausgegrenzt: „Wir würden uns mehr Transparenz vonseiten der Gemeinde wünschen, damit der Bürger das Gefühl hat, es wird der optimale Standort gefunden.“ Ihr Hauptvorwurf: Alternativen seien nicht ausreichend geprüft worden. Auch das Thema Kinderlärm spielt eine Rolle: „Auf jeden Fall für die Anwohner“, sagt Rißling. Er gehe davon aus, dass „mit Sicherheit“ kein Lärmschutzwall geplant werde, nachdem Bürgermeister Jens Heinze (SPD) in einer Versammlung dieser Frage ausgewichen sei.

 Zudem führen die Gegner die Ortsrandlage des Kindergartens als nachteilig an. Und: Im Fall einer Vollsanierung der Zufahrtsstraße kämen hohe Kosten auf die Anwohner zu. Die Rodung wäre „ein Tabubruch für weitere Vernichtungen von Natur-, Wald- und Naherholungsgebieten“. Das Bürgerbegehren soll den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Vossbarg-Ost vom Februar kippen.

 Der Bürgermeister weist die Kritik zurück. Es habe eine Untersuchung von sechs möglichen Flächen gegeben. Der Standort am Vossbarg sei von den Erschließungskosten am günstigsten. Außerdem könne das Projekt mit Gesamtkosten von geschätzten drei Millionen Euro im Vergleich zum alternativen Kleingartengelände zügig umgesetzt werden, sodass bereits bewilligte Fördermittel gesichert wären. „Wir müssen schnell handeln. Bis Ende 2017 muss der Neubau fertig sein.“ Der Bedarf an Kita-Plätzen sei weiter hoch, die Warteliste lang. Den Eingriff in den Baumbestand hält Heinze für „gering“, auf mögliche Lärmbelästigungen werde im Verfahren geachtet.

 Nach Auskunft des Amtes Schrevenborn sollen die Pläne für das Projekt nach der Sommerpause öffentlich ausgelegt werden. „Voraussichtlich im November“, sagt Amtssprecher Christoph Kuhl. Bis zum Ende der vierwöchigen Auslegungsphase haben die Initiatoren des Bürgerbegehrens Zeit, rund 320 Unterschriften (zehn Prozent der wahlberechtigten Mönkeberger) zu sammeln. Rißling und Rossée sind optimistisch: „Wir haben viele positive Rückmeldungen – und es werden immer mehr.“

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Kommentar

Sicher hätte die Kommunalpolitik in Mönkeberg ihr Auswahlverfahren und die einzelnen Kriterien dabei noch deutlicher kommunizieren können. Ein optimaler Standort wird sich jedoch im schon recht zugebauten Ort nicht finden lassen.

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