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Fest als Signal gegen den Fremdenhass

Mönkeberger Miteinander Fest als Signal gegen den Fremdenhass

Das erste Mönkeberger Miteinander war ein voller Erfolg. Einwohner, Flüchtlinge und Gäste waren am Sonnabend auf den Dorfplatz vor dem Wohnprojekt am Eskol gekommen, um einander besser kennenzulernen. Sie alle setzten ein Zeichen gegen Rassismus und Fremdenhass.

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Großen Anklang fand das erste Mönkeberger Miteinander: Zahlreiche Einwohner, Flüchtlinge und Besucher versammelten sich auf dem Dorfplatz (Foto unten). Auch Saad Alsayed (Foto oben, links)freute sich über das Fest. Der Syrer lebt seit zwei Jahren in Deutschland und verewigt sein Motto „Morgen wird es besser“ auf der Leinwand von Künstler Adrian Mellon (rechts).

Quelle: Astrid Schmidt

Mönkeberg. Die Menschen sangen, aßen, kamen ins Gespräch miteinander. Hintergrund dieses Fests waren fremdenfeindliche Aktionen im Ort (wir berichteten).

Noch kurz vor Beginn der Veranstaltung hatten die Organisatoren ein schwarzes Hakenkreuz an der Hauswand am Festplatz entdeckt. In der Kürze der Zeit übermalten sie die Schmiererei mit einer weißen Blume. „Wir wollen uns wehren“, sagte Claudia Gusovius. Sie gehört zum Helferteam, das sich in Mönkeberg um die Geflohenen kümmert. Rund 35 Flüchtlinge leben in der Gemeinde, rund 40 Mönkeberger helfen ihnen beim Zurechtkommen im neuen Alltag. Wer anders denke oder mehr zu den Hintergründen der Flüchtlinge erfahren möchte, könne jederzeit mit den Helfern sprechen. „Es gab bisher nicht einen Vorfall mit Flüchtlingen im Ort. Es gab nur Vorfälle von Deutschen“, sagte Gusovius. Zerstochene Reifen, Beschimpfungen Ehrenamtlicher, Schmierereien an der Gemeinschaftsunterkunft, dem ehemaligen Restaurant Dynastie – Bürgermeister Jens Heinze und viele Bürger im Ort sind „erschrocken, über so viel offene Fremdenfeindlichkeit“.

Dagegen setzten die Organisatoren klare Signale mit einem Fest, das auf große Resonanz stieß. Moderator Jan Bastick sprach sich mit deutlichen Worten für Toleranz und das gegenseitige Kennenlernen aus. Zu Tränen rührte viele Anwesende das Gedicht der 16-jährigen Meslem aus Aleppo (Syrien). Seit sechs Monaten in Deutschland schrieb sie auf Deutsch: „Wir schlafen auf Matratzen, auf Gehwegen in der Fremde und erleben die Bitterkeit, ein Flüchtling zu sein. Welche Schuld hat meine Mutter, hat mein Kobani, dass das passierte.“

Eindrucksvoll schilderte auch Organisator Olaf Krebs die Flucht einer syrischen Familie – ein Schicksal von vielen Flüchtlingen. Betroffene wie Bahram Zandi und Reza Ahmadi aus dem Irak Saad Alsayed erzählten mit Gitarre, Trommeln und in vielen persönlichen Gesprächen von ihrem Leben, ihrer Kultur und ihren Wünschen. „Morgen wird es besser“, schrieb Alsayed sein Motto auf die Leinwand, die der Mönkeberger Künstler Adrian Mellon aufgestellt hatte. Er sei seit zwei Jahren in Deutschland und habe nun einen Ausbildungsplatz und damit eine Perspektive. Doch eines sei sein größter Wunsch: „Wenn unser Land wieder aufsteht, möchte ich alle Deutschen einladen, zu sehen, wie schön es ist“, sagte der 31-Jährige.

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Astrid Schmidt

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