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Satzung ist für die Tonne

Müllabfuhr Satzung ist für die Tonne

Die Anwohner der Preetzer Albert-Einstein-Straße würden die Satzung der Abfallwirtschaft des Kreises Plön am liebsten in die Tonne treten. Sie sollen ihre Mülltonnen zukünftig selber an die Straße stellen.

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Stau auf der Zuwegung: Für Fußgänger, Rad- oder Rollstuhlfahrer wird es eng, wenn bis zu zwölf Mülltonnen auf ihre Entleerung warten.

Quelle: Nadine Schättler

Preetz. Das Unverständliche: Die Satzung über die Entleerung der Abfallbehälter, die eine Hofplatzentsorgung mit einer Wegstrecke von maximal 20 Metern vorsieht, ist aus dem Jahr 1998. Bisher musste aber keiner der Anwohner seine Tonne selbst über den Hofplatz schieben, auch wenn in den Reihenhäusern einige Eingänge weit hinter der vorgeschriebenen Wegstrecke liegen. „Im Grunde war das von den Mitarbeitern unseres Dienstleisters eine Art Goodwill“, erklärt Stefan Plischka von der Abfallwirtschaft des Kreises Plön auf Nachfrage. Bei einer Überprüfung der Verträge habe die zuständige Firma Remondis jetzt festgestellt, dass sie an mehreren Orten Leistungen erbringt, die sie gar nicht erbringen muss. Diese müssten jetzt der geltenden Satzung angepasst werden. „Im Landkreis Plön haben wir über unseren Dienstleister immer sehr günstige Konditionen“, betont Plischka.

 Für die Anwohner bedeutet die geplante Umstellung: Mülltonnen bis 6 Uhr morgens an die Straße stellen und nach der Entleerung zurückholen. „Für viele unserer älteren Bewohner ist das gar nicht machbar, weil die Tonnen viel zu schwer und sie körperlich nicht mehr in der Lage sind“, erklärt Frauke Santen. Ein weiteres Problem sieht die Anwohnerin in der schmalen Zuwegung. Die ist gerade mal 1,50 Meter breit, teilweise führt sie über Stufen zu den hinteren Eingängen. „Wenn hier bis zu zwölf Tonnen stehen, ist der Fluchtweg für den Rettungsdienst versperrt.“ Auch auf dem engen Gehweg an der Straße würde es Probleme geben. Denn entleert wird erst gegen Mittag. Die Tonnen sollen jedoch, laut Schreiben des Kreises an die Bewohner, frühmorgens abgestellt werden. „Dann stehen die Tonnen hier den ganzen Tag herum, und keiner kommt daran vorbei“, meinen die Anwohner.

 Eine erste Frist vonseiten des Kreises wurde bereits auf Ende Dezember verlängert. „Wir sind um eine verträgliche Lösung für alle bemüht“, erklärt Stefan Plischka. Eine Gebührenerhöhung bei fortlaufender Leistung wäre machbar, aber nicht unproblematisch. „Da wir keine Zwangslösung für alle wollen, könnte es eine teure Leistung werden.“ Im Klartext: Je weniger Bewohner den Service in Anspruch nehmen, umso kostenintensiver wird es für den Einzelnen. Wie hoch die Summen konkret ausfallen könnten, ist allerdings noch offen. „Wir haben unseren Dienstleister aufgefordert, ein entsprechendes Angebot vorzulegen.“ Bis Mitte November rechnet Plischka mit einem ersten Ergebnis für die Bewohner.

 Bis dahin appelliert er an alle Betroffenen, auch über Alternativen nachzudenken. Etwa die Beauftragung eines Dritten aus der Nachbarschaft oder eines Hausmeister-Services. „Wir können das unseren älteren Nachbarn doch nicht zumuten“, ärgern sich die Preetzer. Außerdem hätten sie auf dem vorderen Grundstück nur Wegerecht. „Wenn der Eigentümer das nicht möchte, können wir dort ohnehin keine Tonnen parken.“

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