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Nach Lesbos für die Flüchtlinge

Lisa Kock aus Preetz Nach Lesbos für die Flüchtlinge

„Ich wollte mich schon immer gern in der Freiwilligenarbeit engagieren“, sagt Lisa Kock. Doch bisher fehlte ihr die Zeit dafür. Jetzt hat die 28-Jährige aus Preetz, die in einem Robinson-Club auf Kreta gearbeitet hat, vier freie Monate vor sich – und reist nach Lesbos, um dort Flüchtlingen zu helfen.

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Lisa Kock nimmt für die Flüchtlinge auf der griechischen Insel Lesbos auch gespendete Notfall-Wärmedecken mit.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Die gelernte Reiseverkehrskauffrau, die vorher in einem Büro gearbeitet hatte, hat auf Kreta einen Saisonvertrag für acht Monate, erzählt sie beim Besuch in Preetz. Im Oktober hatte sie eigentlich Urlaub auf Kos geplant. „Doch dann ging es richtig los mit dem Flüchtlingsansturm“, meint sie: „Man sieht all die Bilder im Fernsehen und Internet, die vielen Boote, die verzweifelten Menschen.“ Und ihr war schnell klar, dass sie sich nicht einfach an den Strand legen konnte.

 Also fragte sie unter ihren 60 deutschen Kollegen nach Spenden. Am Ende der Saison bleibe oft Kleidung übrig, die man nicht mehr brauche, erzählt sie. Einige schenkten ihr Malsachen für die Kinder, viele gaben ihr auch Geld mit. Damit füllte sie einen „Koffer voller Hoffnung“, wie sie ihn nennt, und reiste damit nach Kos. „Vor Ort habe ich noch viel mehr mitbekommen, was da eigentlich los ist“, sagt Lisa Kock. Sie habe sich mit dem Vertreter einer Hilfsorganisation getroffen, der sie durch ein Lager geführt und die Abläufe erklärt habe. Und sie merkte, dass sie schon mit Kleinigkeiten wie einem Malbuch einem verstörten Kind wieder etwas Freude schenken konnte.

 Schon von Griechenland aus begann sie im Internet zu recherchieren, wie sie sich weiter engagieren könnte. Nach längerer Suche stieß sie auf den deutsch-griechischen Verein in Reutlingen, der junge Freiwillige für die Flüchtlingshilfe sucht und aus Spenden den Flug und die Unterkunft finanziert. Die Verpflegung übernehmen die Tavernen auf der Insel. Am Sonnabend fliegt Lisa Kock los, bis Mitte Dezember will sie auf Lesbos bleiben. „Zurzeit kommen dort rund 1000 Flüchtlinge pro Tag an“, berichtet sie.

 „Man arbeitet sehr viel in den frühen Morgenstunden, weil dann die meisten Flüchtlinge ankommen.“ Ihre Aufgabe werde es außerdem sein, die Strände von angeschwemmten oder zurückgelassenen Rettungswesten sowie von Bootstrümmern zu reinigen sowie die Kleider- und Essensausgabe zu betreuen. Lisa Kock möchte sich „um die Kinder kümmern und den Menschen einfach eine Hand reichen“.

 Ihre Mutter Sylvia Kock hatte vor einiger Zeit schon über soziale Netzwerke zu Spenden aufgerufen – vor allem von Wärmedecken für die durchnässten und frierenden Menschen. Über 50 Stück dieser gold-silberfarbenen Folien seien zusammengekommen, dazu ein Karton voll mit Regencapes. Kleidung kann Lisa Kock diesmal nicht einpacken, dafür hat sie im Flugzeug keinen Platz. Aber einen „Koffer voller Hoffnung“ will sie wieder mitnehmen.

 Informationen zum Lesbos-Hilfsprogramm der deutsch-griechischen Gesellschaft Tübingen-Reutlingen gibt es unter: www.dgg-tue-rt.de

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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