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Einmaliges Nahwärme-Projekt

Preetz und Hof Hörnsee Einmaliges Nahwärme-Projekt

Das Projekt zur Nahwärmeversorgung, das die Stadt Preetz und Hof Hörnsee in Pohnsdorf gemeinsam planen, ist bundesweit einmalig. Zum einen ist die Kombination von vier verschiedenen Energieträgern neu, zum anderem wäre die Solarthermieanlage mit 6300 Quadratmetern die größte in Deutschland.

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Wie alt ist die Heizung? Und wie hoch werden die Kosten für eine neue Anlage geschätzt? Die Besucher der Einwohnerversammlung in Preetz durften entsprechende Punkte auf eine Tafel kleben.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. „Ich bin überrascht und überwältigt“, reagierte Bürgermeister Björn Demmin auf den Ansturm zur Einwohnerversammlung im Ratssaal. „Wie können wir die Klimawende gestalten?“ Dies sei die zentrale Frage bei der Erarbeitung des integrierten Klimaschutzkonzepts in Preetz gewesen. In einer Machbarkeitsstudie habe man eine Nahwärmeversorgung mit regenerativer Energie für die Glindskoppel und die Wundersche Koppel mit rund 3100 Bewohnern ins Auge gefasst. „Ein Nahwärmenetz macht aber nur Sinn, wenn viele mitmachen: Wir brauchen eine Anschlussquote von 70 Prozent“, betonte er.

Kombination der Anlagen ist Neuland

 Ingenieur Hans Eimannsberger, der das Projekt initiiert hatte, erläuterte die Pläne, die eine Versorgung mit 95 Prozent regenerativer Energie (61 Prozent Holzhackschnitzelanlage, 19 Prozent Solarenergie und 15 Prozent Biogasanlage) sowie fünf Prozent aus einem Erdgaskessel als Notfallreserve vorsehen. „Die Technik ist bewährt, aber die Kombination dieser Anlagen ist Neuland in Deutschland“, erklärte er.

 Eimannsberger warb für das Modell einer Genossenschaft. Die Nahwärmeversorgung könne natürlich auch ein großes Unternehmen leisten. „Aber wir kriegen das alleine hin – so können wir mitbestimmen, was mit den Überschüssen passiert, und den Wärmepreis mitgestalten.“ Die Hauseigentümer benötigten dann keine Kessel und Öltanks mehr, sondern erhielten eine Hausübergabestation. Die Kosten für Wartung und Schornsteinfeger entfielen. Teuer sei jedoch die Verlegung der Rohre mit einer Leitungslänge von 14,9 Kilometern und der gleichen Länge für die Rückleitung.

Preisniveau wie bei Öl und Gas

Viele Kessel in dem Wohngebiet seien schon 20 Jahre alt oder älter, und für eine neue Anlage müsse man mit rund 10000 Euro rechnen, hieß es in der Versammlung. Ein Einfamilienhaus verbrauche rund 2500 Liter Heizöl pro Jahr, dazu müsse man für die Vollkostenrechnung auch einen jährlichen Betrag für eine Neuanschaffung einplanen, sodass bei den derzeitigen Preisen insgesamt 2440 Euro pro Jahr zusammenkämen. Beim Nahwärmeprojekt läge zum jetzigen Planungsstand der monatliche Grundpreis bis 25 kW bei 40 Euro, bis 100 kW bei 79 Euro und über 100 kW bei 119 Euro. Dazu käme der Arbeitspreis von derzeit 9,54 Cent pro Kilowattstunde. „Das ist ein Preisniveau wie heute bei Öl oder Gas“, so Eimannsberger. Zu Beginn müsse jeder rund 6500 Euro in die Hand nehmen: 1500 Euro für einen Genossenschaftsanteil (den man bei Austritt wiederbekomme), 3500 Euro für den Baukostenzuschuss und 1500 Euro für Investitionen im eigenen Haus.

Man suche jedoch noch nach Möglichkeiten, die Kosten zu drücken. Dies wäre beispielsweise auch durch eine Bürgschaft der Stadt Preetz für das Darlehen möglich. Außerdem wolle man versuchen, weitere Zuschüsse für dieses Leuchtturmprojekt einzuwerben. „Wenn wir die 70 Prozent Anschlussquote schnell hinkriegen, könnten eventuell im Winter 2018 die ersten Häuser versorgt werden“, so Eimannsberger. Er bot auch an, zu Eigentümerversammlungen zu kommen, um dort die Pläne noch einmal vorzustellen und Fragen zu beantworten.

 Als Vorteile nannte er unter anderem Imagegewinn, hohe Versorgungssicherheit durch Flexibilität bei der Wärmeerzeugung und Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern. Außerdem reduziere sich der CO 2-Ausstoß pro Einfamilienhaus um 280 Gramm pro Kilowattstunde. Ein Zuhörer sagte unter dem Beifall aus dem Publikum: „Ein paar Cent mehr zu zahlen ist nicht das Problem: Es ist ja eine Investition in die Zukunft unserer Enkel.“

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Ein Artikel von
Silke Rönnau
Ostholsteiner Zeitung

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