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Darauf fliegt die Feldlerche

Naturschutz in Panker Darauf fliegt die Feldlerche

Auf einem Weizenfeld zwischen Gut Panker und Gadendorf zeigen sich merkwürdige sandige Rechtecke zwischen den jungen Pflanzen. Dahinter verbergen sich keine Fehler bei der Aussaat oder Zeichen von Außerirdischen, sondern eine Landebahn und Brutplatz für Lerchen.

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Auf einem Weizenfeld bei Panker zeichnen sich braune Flecken ab. Die sogenannten Lerchenfelder dienen dem Schutz der Vogelart.

Quelle: Heinrich von der Decken

Panker. Der Betriebsleiter von Gut Panker, Heinrich von der Decken, hörte erstmals in einer Expertenrunde von den sogenannten „Lerchenfenstern“. „Lerchenfenster sind ein ganz einfaches Mittel, mit dem jeder Landwirt etwas zur Steigerung der Artenvielfalt beitragen kann“, ist seine Überzeugung. Der Bestand der Vogelart mit dem markanten Trällern in der Luft schwindet nämlich auch in Schleswig-Holstein. Banal gesagt: Der Bodenbrüter hat vor allem ein Problem beim Landeanflug. Die heutigen Getreidefelder sind zu dicht gesät, als dass sie eine Lücke freiließen. Früher wuchsen auf einem Quadratmeter 300 Halme, heute sind es bis zu 650. Kein Durchkommen für die Feldlerche. 

Der Aufwand, um die kleinen Inseln in den Feldern anzulegen, ist gering. Die Maschine zum Aussäen wird einfach kurz angehoben und nach einigen Metern wieder abgesetzt. Anschließend können die Felder ganz normal bewirtschaftet werden. Auf den freigelassenen Flächen von etwa 20 Quadratmetern wachsen statt Getreide nun Gräser und einige Blumen. Auch Insekten siedeln sich an. Diese bis zu 50 Zentimeter hohen Kulturen fliegt die Feldlerche an und baut ihr Nest ins nahe gelegene Getreide. Hier ist der Nachwuchs besser vor Feinden aus der Luft geschützt. Die Küken finden auf dem Grün und im Getreidefeld selbst ihre Nahrung. 

In diesem Jahr sind es zehn Lerchenfelder in einem sechs Hektar großen Winterweizenschlag des Gutes. Nächstes Jahr will von der Decken 100 anlegen lassen.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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