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Neue Chancen in der Pflege

Kreisjugendring Plön Neue Chancen in der Pflege

Der Bedarf an Pflegekräften ist groß. Der Kreisjugendring Plön hat deshalb als erste Einrichtung im Norden damit begonnen, auch Jugendliche mit besonderem Förderbedarf für den Einsatz in diesem Sektor auszubilden – als „Fachpraktiker für personale Dienstleistungen“.

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Unter den Augen von Sandra Pittelkow (im Hintergrund) üben Annika Höppner (links) und Franziska Luhr an Mit-Azubi Nathalie Streubühr das Aufrichten einer pflegebedürftigen Person.

Quelle: Andrea Seliger

Schwentinental. Im Bereich Hauswirtschaft und Küche ist der Kreisjugendring Plön, der seinen Sitz in Schwentinental hat, schon länger als Ausbildungsträger aktiv. Mit dem „Fachpraktiker für personale Dienstleistungen“ hat er nun einen neuen Ausbildungsberuf geschaffen, bei dem die jungen Leute sowohl hauswirtschaftliche als auch pflegerische Tätigkeiten erlernen. „Unser erster Azubi ist im dritten Lehrjahr und wird von dem Pflegedienst übernommen, bei dem er Praktikum gemacht hat“, berichtet Maßnahmeleiter Dirk Nestler. Bisher wurde diese Ausbildung vor allem im süddeutschen Raum angeboten.

 Der neue „Fachpraktiker“ soll zum einen die examinierten Pflegekräfte entlasten: Die Azubis lernen, wie man Menschen wäscht, die das selbst nicht mehr können, sie kümmern sich um Haut- und Zahnpflege und wechseln bei Inkontinenten auch die Windeln. Was sie dürfen und was nicht, ist genau festgelegt: „Grundpflege, nicht Behandlungspflege“, so beschreibt Sandra Pittelkow, zuständig für diesen Teil der Ausbildung, die Grenze. Zum anderen soll der Fachpraktiker hauswirtschaftliche Tätigkeiten übernehmen, die viele ältere Menschen auch nicht mehr selbst erledigen können.

 Einsatzmöglichkeiten sieht Nestler sowohl in Seniorenheimen als auch bei ambulanten Pflegediensten. Bisher hat er positive Rückmeldungen bekommen: „Die Betriebe sagen: Warum kommt ihr damit erst jetzt.“ Ein enger Kontakt besteht bereits zum Haus St. Anna in Schwentinental, wo die Azubis demnächst auch am Sommerfest mitwirken werden. Insgesamt lernen zurzeit sieben junge Leute beim Kreisjugendring diesen neuen Beruf: einer im dritten, drei im zweiten und drei im ersten Ausbildungsjahr.

 „Der Beruf ist für diejenigen geeignet, die eine gewisse Empathie haben und auf Menschen zugehen können. Die Affinität zu Menschen muss da sein, der Rest ist lernbar“, sagt Nestler. Anfangs arbeitete der Kreisjugendring für den pflegerischen Teil der Ausbildung mit anderen Einrichtungen zusammen. Inzwischen ist mit Sandra Pittelkow eine eigene Fachkraft dafür eingestellt worden, die sowohl im Bereich der Pflege als auch in der Heil- und Förderpädagogik berufliche Erfahrung gesammelt hat.

 Viele junge Menschen hätten heute nur wenig Kontakt zu Älteren, haben Nestler und Pittelkow beobachtet. Das sei aber kein Problem: „Das Eis bricht beim ersten Pflegepraktikum. Die Azubis bekommen eine direkte Rückmeldung und merken, dass ihre Arbeit gewertschätzt wird“, so Pittelkow.

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