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Flüchtlinge treffen in Schloss Salzau ein

Neue Unterkunft Flüchtlinge treffen in Schloss Salzau ein

In Salzau sind am Sonnabend die ersten Flüchtlinge angekommen. Die Flüchtlinge selbst packten kräftig mit an, als die Bundeswehr Feldbetten lieferte. Innenminister Stefan Studt überzeugte sich vor Ort von der professionellen Arbeit der Helfer unter anderem vom DRK und der sehr entspannten Atmosphäre.

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Das Schloss Salzau (Kreis Plön) dient nun als Flüchtlingsunterkunft.

Quelle: Markus Scholz/dpa

Fargau-Pratjau. Das ist auch am Sonntag noch so, die erste Nacht verläuft sehr ruhig. Obwohl die meisten Flüchtlinge kein Deutsch und kaum Englisch sprechen, kommt von allen ein freundlicher Blick mit einem „Morgen“ oder „Hallo“. Nach allem, was sie erlebt haben, scheinen sie sehr froh, in Salzau angekommen zu sein. Die vielen Helfer, unter denen ebenfalls gute Stimmung herrscht, haben sie geradezu familiär aufgenommen. Isgard Blassneck, Koordinatorin vom DRK, wird hier von manchen als „Mutter“ oder „Königin von Schleswig-Holstein“ bezeichnet.

Ab 7 Uhr morgens hatten 50 Helfer des DRK sowie weitere Freiwillige am Sonnabend mit Unterstützung von Feuerwehren und Polizei alles für die Ankunft vorbereitet. Am Vormittag und später am Nachmittag noch einmal kamen die Sonderbusse aus den überfüllten Erstaufnahmeeinrichtungen in Kiel und Neumünster. Insgesamt sind jetzt nach Angaben von Blassneck 172 Flüchtlinge aus zehn Nationen im Schloss Salzau, darunter 42 Kinder – für sie will das DRK mit Unterstützung des Kreises Plön eine kleine Kita im Schloss einrichten.

Ausgelegt ist die vorübergehende Flüchtlingsnotunterkunft Schloss Salzau für bis zu 320 Flüchtlinge. Nach einem wohl mehrwöchigen Aufenthalt sollen sie auf die Kreise verteilt und wenn möglich in Wohnungen untergebracht werden. Der für die Flüchtlingslogistik in Schleswig-Holstein zuständige stellvertretende Landespolizeidirektor Joachim Gutt hatte am Freitagabend bei einer Infoveranstaltung in Fargau-Pratjau erklärt, Schloss Salzau als „einen der ersten Standorte“ wieder aufzugeben, sobald sich die Gesamtlage entspanne. Das Land suche für Gemeinschaftsunterkünfte eher Liegenschaften mit Platz für mindestens 1000 Personen.

Viele Nationalitäten, unterschiedliche Sprachen: Einsatzleiter Christian Pagel vom DRK Kreisverband Plöner Land ist froh, dass ihm im großen Kreis der Ehrenamtler auch acht Dolmetscher zur Seite stehen. „Die Dolmetscher sind im Moment unsere wichtigsten Helfer“, sagt Christian Pagel. Verständigung auf Englisch sei die Ausnahme. Gleich nach ihrer Ankunft in Salzau werden die Flüchtlinge in ihren Heimatsprachen in den organisatorischen Ablauf eingewiesen und es gibt erste Verhaltensregeln. Mohammed Sood aus Syrien, der seit vier Jahren in Eutin lebt, ist einer der Dolmetscher. „Für mich ist es selbstverständlich, hier zu helfen“, sagt er in perfektem Deutsch.

Wer den Flüchtlingen helfen oder die Helfer in Salzau unterstützen möchte, sollte an teamsh-drk-ploenerland@web.de mailen.

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Ein Artikel von
Thomas Christiansen
Ostholsteiner Zeitung

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Flüchtlinge
Foto: Der aus Afghanistan stammende Ahmad Mensing (rechts mit gelber Weste), der hier Flüchtlinge zu ihren Unterkünften im Salzauer Schloss begleitet, ist einer von acht Dolmetschern.

Zwei Tage nach Ankunft der ersten Flüchtlinge in Salzau wird deren Versorgung im ehemaligen Landeskulturzentrum weiter ausgebaut. „Wir haben ganz tolle Hilfsangebote aus der Region“, sagt Christian Pagel, Einsatzleiter des DRK. Noch in dieser Woche soll ein Shuttle-Bus für Einkäufe starten.

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