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Neue Wege in der Verkehrserziehung

Mönkeberg Neue Wege in der Verkehrserziehung

26000 verletzte Schüler bundesweit im Straßenverkehr – zu viel, meint nicht nur die Unfallkasse Nord, die diese Statistik aufgestellt hat. Mit einem neuen Konzept wollen nun verschiedene Akteure im Land Lehrer besser bei der Verkehrserziehung unterstützen und Einsparungen bei der Polizei kompensieren.

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Wie man ordentlich anhält und Handzeichen gibt, wissen Dajana (vorn), Celina und Julian schon sehr gut.

Quelle: Andrea Seliger

Mönkeberg. An der Grundschule Mönkeberg wird es schon praktiziert: „Frühradfahren“, im geschützten Raum der Turnhalle. „Auch bei uns gibt es Kinder, die noch nie auf dem Fahrrad gesessen haben“, berichtet Kirsten Sandberg, Schulleiterin der Grundschule an der Bake. 25 schuleigene Kinderräder stehen dafür zur Verfügung, außerdem Roller für jene, die die Balance erst noch üben müssen. Dieses Angebot ist jedoch nur eins von vielen, auf das Lehrer beim Verkehrsunterricht künftig zurückgreifen können. Mit dem gemeinsamen Konzept wollen ADAC, Verkehrswacht, Unfallkasse Nord und das Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen (IQSH) des Bildungsministeriums nun ihre Kräfte bündeln. In einer Mappe sind Materialien für den Verkehrsunterricht und Partner für mögliche Aktionen zusammengestellt. Das Angebot orientiert sich am vorhandenen Lehrplan. Nach drei Jahren können sich die Klassen im Rahmen des Schulwettbewerbs „Wir sind dabei“ mit ihren gesammelten Punkten für eine einwöchige Klassenfahrt mit Reiten, Radfahren und sonstigen Ausflügen bewerben.

 Mit im Boot ist auch die Landespolizei. Bekanntermaßen wurde die Präventionsarbeit dort allerdings neu ausgerichtet, Polizisten werden künftig seltener im Klassenraum zu sehen sein. Die Radfahrprüfung in der vierten Klasse im „echten“ Straßenverkehr gehört allerdings zu den Punkten, die weiterhin der Polizei vorbehalten bleiben. Dass dies in der nächsten Zeit in der Praxis möglicherweise schwierig wird, berichtete Axel Behrends, bei der Landespolizei zuständig für Prävention: Die Flüchtlingssituation binde die Kräfte sehr stark, sodass die Polizeidirektionen Lübeck (zuständig auch für Ostholstein), Flensburg und Itzehoe bereits angekündigt hätten, dass sie die Aufgabe aktuell nicht wahrnehmen könnten. „Ich hoffe, dass das eine temporäre Maßnahme bleibt“, so Behrends.

 Gefragt sind jedoch auch die Eltern. Verkehrserzieher und Lehrer waren sich einig, dass Grundschüler noch nicht mit dem Rad zur Schule kommen sollten – „erst mit zehn Jahren können sie beispielsweise Entfernungen schätzen“, so Michael Taupitz von der Unfallkasse, über die unter anderem Kinder auf dem Schulweg automatisch versichert sind. Als „kontraproduktiv für die Sicherheit“ gilt dort aber auch das beliebte „Elterntaxi“, unter anderem durch die Aussteigesituation. Rundum positiv wird jedoch der Schulweg zu Fuß bewertet: „Das ist ein Stück Selbstständigkeit, ein Stück Persönlichkeitsentwicklung“, sagt auch Hans-Jürgen Fernhusen vom ADAC – und die morgendliche Bewegung wirke sich außerdem positiv auf das Leistungsvermögen aus.

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