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Neuer Besitzer fürs Schloss Rantzau

Denkmalgeschütztes Gebäude Neuer Besitzer fürs Schloss Rantzau

Es hätte wohl nicht mehr vieler Winter und Regengüsse bedurft, um aus dem Schloss Rantzau endgültig eine Ruine zu machen. Das Schicksal scheint abgewendet. Der Bielefelder Unternehmer Johannes Gartemann ist neuer Schlossherr des historischen Gebäudes. Die Sicherung der Bausubstanz beginnt.

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Ein Gerüst steht an einem Flügel des Schlosses Rantzau. Der neue Eigentümer lässt zunächst ein Wetterdach bauen, um die vom Verfall bedrohte Bausubstanz zu sichern.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Rantzau. „Es war Liebe auf den ersten Blick“, sagte der 64-Jährige zu dem Moment, als er sich das Herrenhaus zum ersten Mal anschaute. Eine Maklerin machte ihn auf das Objekt aufmerksam. Seine Frau und er suchten schon seit 20 Jahren vor allem in Mecklenburg-Vorpommern vergeblich nach alten Herrenhäusern. Bei dem Schloss Rantzau passte es.

 Was nach der Sanierung mit dem Objekt geschieht, hat der Unternehmer, der mehrere Hotels und eine Gerüstbaufirma besitzt, noch nicht entschieden. Er könne sich vorstellen, daraus ebenfalls ein Hotel zu machen. Denkbar wäre auch, dass er eine Hauptniederlassung seiner Unternehmen daraus macht. Er will sich Zeit lassen mit der Nutzung.

 Die Holsteinische Schweiz ist für Johannes Gartemann keine unbekannte Landschaft. 1971 absolvierte er seinen Wehrdienst in der Rettberg-Kaserne in Eutin. Für ihn ist der Kauf der Immobilie auch ein wenig wie eine Rückkehr in diese Jugendzeit.

 Angesichts des schlechten Zustands vor allem des Dachs haben die ersten Arbeiten am Haus schon begonnen. Ein Gerüst wächst derzeit an der Fassade des Westflügels heran. Darauf entsteht ein provisorisches Wetterdach, um ein weiteres Eindringen von Regen zu verhindern.

 An einer Stelle reicht die Durchfeuchtung mittlerweile vom Dach bis ins Erdgeschoss. Balken sind morsch und verfault. Eindringende Feuchtigkeit ist der größte Feind des Hauses derzeit. Deshalb steht für Gartemann die Trockenlegung des Inneren an erster Stelle.

 Bei der Sanierung möchte er von außen nach innen vorgehen. Erst kommt die brüchige Fassade dran, das Dach, der Turm mit seiner Uhr, die Fenster und Türen. Zwischen drei und vier Jahren werde die Renovierung dauern, schätzt der Unternehmer, der nach eigenen Angaben mit denkmalgeschützten Objekten Erfahrungen hat.

 Das Schloss Rantzau, Stammsitz der gleichnamigen schleswig-holsteinischen Adelsfamilie, erhielt zwischen 1740 und 1750 seine heutige Form. Prinz Adolf Friedrich von Schleswig-Holstein vereinte den linken und rechten Flügel durch einen mächtigen Mittelbau. Die Pracht der Anlage mit dem Schlosspark brauchte in früheren Jahrhunderten keinen Vergleich mit den Adelssitzen in Plön oder Eutin zu scheuen. Nach den Rantzaus, den Reventlous und den Grafen von Baudissins zog 1964 ein bürgerliches Ehepaar in das 50 Zimmer umfassende Anwesen mit 2000 Quadratmeter Wohnfläche und machte daraus zeitweilig ein Hotel. 2009 erwarb eine Hamburger Unternehmerin das Objekt. Sie „sanierte“ die Räume und ließ 90 Prozent der Wandpaneele und historischen Tapeten entfernen. Ein Landeskonservator sprach von einem der „schlimmsten Fälle von Denkmalzerstörung“ in Schleswig-Holstein.

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