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Großes Aufräumen in der DRK-Kita

Neuer Vorstand Großes Aufräumen in der DRK-Kita

In der DRK-Kindertagesstätte in der Rautenbergstraße in Plön geht es im Moment drunter und drüber. Zu finanziellen Unregelmäßigkeiten kommt nun das große Aufräumen: Zurzeit sichtet der Vorstand um den Vorsitzenden Paul Barin und seinen Stellvertreter Ulf Grünke das Inventar.

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Der stellvertretende Vorsitzende des DRK-Ortsvereins Plön, Ulf Grünke, kämpft sich gemeinsam mit seinen Vorstandskollegen durch die Anschaffungen des vorherigen Vorstands: Baustellen- und Heimwerkerbedarf, elektronische Geräte wie Computer und iPhones und hochwertige Wohnaccessoires sind im Moment dort gelagert, wo eigentlich die Krippenkinder betreut werden sollen.

Quelle: Peter Thoms

Plön. Dieses hatte ihnen der vor einigen Wochen abgewählte Vorstand hinterlassen.

Laptops, nagelneue Surface-Computer (Laptop und Tablet in einem Gerät), originalverpackte iPhones, Laserdrucker – und alles jeweils zwei Mal, Anschaffungen für das Home-Office des ehemaligen Vorsitzenden Tobias Hartmann, der das in einem Schreiben an seine Amtsnachfolger mit „umfangreichen administrativen Aufgaben“ begründet, die er von zu Hause aus erledigt habe.

Ein Stockwerk tiefer wird’s erst richtig unübersichtlich: Ein rund 70 Quadratmeter großer Raum, in dem eigentlich Krippenkinder betreut werden sollen, ist vollgestopft mit teils Kleinmöbeln, Heimwerkergeräten, Batterieladegeräten, Kaffeevollautomaten, Tapezierbedarf, Gartengeräten bis hin zu einem Bewässerungscomputer und Drainageschläuchen – der Inhalt von insgesamt 36 Umzugskartons. Gegenstände in einem Gesamtwert von über 100000 Euro. Kreditfinanziert, und von Ulf Grünke mit den Worten „Herr Hartmann ist mit fremdem Geld einkaufen gegangen“ und „wir bereiten zurzeit zivil- und strafrechtliche Schritte gegen ihn vor“ kommentiert.

Die Kartons hatte Hartmann vor wenigen Tagen vor die Tür gestellt, und ließ sich den Empfang von einer Mitarbeiterin quittieren. Hartmann war am Dienstag auch unerwarteter Gast bei einer Vorstandssitzung. Er brachte die seinen Worten zufolge „letzten Unterlagen“ und viele Kontoauszüge. Die Papiere hatte der neue Vorstand in den vergangenen Wochen mehrfach angemahnt, um Übersicht über den Betrieb des Kindergartens und das Inventar zu bekommen.

Zusätzliche Arbeit für die Schatzmeisterin Anja Rosenkranz: Wenn sie vorher geahnt hätte, was ehrenamtlich auf sie zukommt – vielleicht hätte sie das Amt gar nicht angenommen. Jetzt aber kniet sie sich in die Arbeit. Belege für Anschaffungen werden geprüft. Die Auflistung der Einkäufe füllt sieben DIN-A-4-Seiten, die sie Zeile für Zeile durchgeht, und in Bergen von Papier den passenden Beleg sucht, um die Existenz der Gegenstände abzuhaken. Eine weitere Baustelle sind die von der Stadt Plön angeforderten Unterlagen: Die Jahresrechnung 2015 und die Haushaltsplanung 2017. Die Betriebskosten für das vergangene Jahr seien nicht zu belegen, aber Mitte September müsse die Abrechnung bei der Stadt vorliegen, schaut sie besorgt in die Zukunft. Bei der Stadt Plön ist sichergestellt, dass trotz ungeklärter vertraglicher Situation bis Ende des Jahres alle Zahlungen an das DRK fließen: 70 Prozent der Gehälter (zehn Angestellte inklusive teilzeitbeschäftigtem Reinigungspersonal) trägt die öffentliche Hand – also Stadt Kreis und Land zu gleichen Teilen. 30 Prozent der Kosten werden über Elternbeträge hereingeholt.

Zurzeit läuft bei der Stadt die Prüfung, ob der am 9. Juni geschlossene Aufhebungsvertrag zum 31. Juli gültig ist. Nach Meinung des DRK-Vorstands sei der Vertrag nicht von den Mitgliedern legitimiert worden. Barin und Grünke pochen daher auf den alten, unbefristeten Vertrag zwischen Stadt und Kita. Beide hoffen auf ein starkes Votum der Mitglieder auf der außerordentlichen Jahreshauptversammlung des DRK-Ortsvereins Plön heute, 1. September, ab 18 Uhr in der Kindertagesstätte (Rautenbergstraße 43). Barin und Grünke wollen dann nicht nur den Eltern der Kindergartenkinder, sondern auch allen Mitgliedern des traditionsreichen Vereins, der jetzt allerdings nur noch etwas über 100 Mitglieder hat, Rede und Antwort stehen.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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