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Abriss des Gerberhofs beginnt im Herbst

Neues Gänsemarktviertel Abriss des Gerberhofs beginnt im Herbst

Als „Leuchtturmprojekt für Plön“ charakterisierte der Vorsitzende des Stadtentwicklungsausschusses Bernd Möller das neue Gänsemarktviertel, das zwischen Gerbertwiete, Lübecker Straße, Rodomstorstraße, Gänsemarkt und Am Schwanensee entstehen wird. Planungen nehmen nun langsam Form an.

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Der einsturzgefährdete „Gerberhof“ – Lübecker Straße 9 – soll bei der Realisierung des neuen Gänsemarktviertels als erstes Gebäude abgerissen und durch einen attraktiven Neubau mit zehn Wohneinheiten ersetzt werden.

Quelle: Dirk Schneider

Plön. Einstimmig änderte die Ratsversammlung in der Sitzung am Mittwochabend den entsprechenden Bebauungsplan.

Vom Aufstellungsbeschluss bis zur Satzungsänderung seien etwa zwei Jahre intensiver Planung vergangen, erinnerte Möller an einige Probleme, die in zahlreichen Beratungen gelöst werden mussten. Dazu zählte beispielsweise die schwierige Verkehrssituation für die rund 60 Wohneinheiten, die in Form von reihenhausartigen Gebäuden und Stadtvillen realisiert werden sollen. Die vielfältigen Fragen, die bei der Planung eines neuen Straßenzugs längs des Schwanensees und für die Erschließung des Bereichs von der Fleethörn aufgekommen sind, seien in konstruktiven Gesprächen ebenso gelöst worden, wie die Stellplatzproblematik. „Die Unterbringung der Fahrzeuge wird in einer großen Tiefgarage sichergestellt“, so Möller. Bedauerlicherweise hätten sich bei einer Ortsbegehung drei alte Buchen als so krank erwiesen, dass diese gefällt werden mussten, bedauerte Möller. Für die Planung selbst, seien aber neue Optionen entstanden, die nun auch positiv genutzt würden.

Das Vorhaben zeige auch, dass die Stadt Plön über genügend Potenzial verfüge, „im innerstädtischen Bereich neuen Wohnraum zu schaffen“, erklärte Möller. Und wenn sich derartige Möglichkeiten auftun würden, stehe die Stadt auch in der Verpflichtung, diese vorrangig zu nutzen. Ein großer Vorteil: „Man kann in diesem Gebiet wohnen, ohne ein Auto zu besitzen“, stellte Möller fest. Und die barrierefreie Gestaltung „erlaubt es älteren Herrschaften, im stadtnahen Bereich zu leben“. Über Ziel- und Altersgruppe wollte Architekt Wolfgang Germann keine Angaben machen, der jetzt den ersten Bauabschnitt vorbereitet. Bereits im Herbst wollen die Investoren Carsten Nemitz und Marc Meyer mit Abriss und Neubau des Gebäudes Lübecker Straße 9 – dem sogenannten Gerberhof – beginnen. „Gerade für dieses Objekt gibt es schon viele Anfragen, einige Reservierungen und Vorverträge“, so Germann.

Für Möller reiht sich die Entwicklung des neuen innenstadtnahen Wohnquartiers nahtlos in Großprojekte wie die Konversion der Fünf-Seen-Kaserne im Stadtteil Stadtheide, die Umgestaltung des Schlossgebiets in eine kulturelle Begegnungsstätte sowie die Innenstadtsanierung mit zuletzt dem Umbau der Lübecker Straße und der Klosterstraße.

Letztere war auch kurz Gegenstand der Einwohnerfragestunde. Als Anwohner der Klosterstraße bemängelte Jürgen Böhrens, dass die Kehrmaschine der Stadtreinigung die Fugen des Pflasters so stark ausfegen würden, dass tiefe Rillen das Schieben eines Rollators unmöglich machen würden. Bürgermeister Jens Paustian erwiderte, dass sich dieser Eindruck bei einem Ortstermin nicht bestätigt habe.

Und dann war da noch ein Hauch von Wahlkampf. Thorsten Pfau (SPD) zitierte Paustian mit folgender Aussage bei der Kandidatenvorstellung: „Ich habe für die Sanierung des PlönBads gesorgt und hinterfragte dessen tatsächlichen Anteil an dem Erfolg.“ So hätten einige Ratsherren hinter den Kulissen gewirkt, um die finanzielle Förderung als Leuchtturmprojekt zu erhalten, der Zuschuss aus der AktivRegion sei von der damaligen Wirtschaftsfördererin und der AG Schwimmhalle eingeworben worden und die medienwirksame Unterschriftensammlung habe die DLRG Plön organisiert, stellte Pfau klar. Paustian räumte die verkürzte Darstellung ein: „Es war eine Gemeinschaftsleistung, auf die wir alle stolz sein sollten.“

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