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Neues Leben in alter Grundschule

Darry Neues Leben in alter Grundschule

Seit vier Wochen arbeiten Hans-Jürgen und Susanne Heinrich mit Tochter Pia und deren Mann Jan Starke am Umbau der Grundschule Darry. Die neuen Eigentümer der Immobilie bauen in den ersten Stock Zimmer für sich und im Erdgeschoss drei Ferienwohnungen.

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Die neuen Besitzer der Grundschule in Darry (von links) sind mit dem Umbau beschäftigt: Pia und Jan Starke und Hans-Jürgen und Susanne Heinrich.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Panker. Am Montag wollen sie fertig sein. Ganz sicher. Nur, welcher Montag es sein wird, ist noch offen. Die Familie stammt aus Reutlingen. Sie sind so etwas wie Umweltflüchtlinge. „Hier im Norden ist die bessere Luft“, sagt Hans-Jürgen Heinrich, dem die Auto- und Industrieabgase im Raum Stuttgart einfach nur noch gestunken haben. Seit seiner frühen Kindheit hat er fast jedes Jahr an der Ostsee Urlaub gemacht. Da fiel die Wahl der neuen Heimat leicht. Im Internet entdeckten sie die zum Verkauf stehende Schule und wurden sich schnell mit der Gemeinde handelseinig.

 Heinrich ist Malermeister und Starke Stukkateurmeister. Für die Renovierung der Grundschule mit ihren 600 Quadratmetern Nutzfläche bedeutet das einen enormen Vorteil. Einen großen Teil der Arbeiten erledigen sie in Eigenleistung. Der Grundriss der Schule gibt zum Teil die Raumgröße vor. Ein Schlafzimmer bringt es dabei auf die stattliche Größe von 56 Quadratmeter. Das Wohnzimmer auch. Die zukünftige Küche in der früheren Bibliothek nutzen beide Paare gemeinsam. Die restlichen Räume sind getrennt. 200000 Euro beträgt ihr Budget für den Umbau. Der große Rest ist Eigenleistung.

 Bis auf die Heizkörper und die Fenster wird alles neu. Bemerkenswert ist die Heizung. Es heißt „Heizöl ade“. Eine Solaranlage auf dem Dach speist in Zukunft einen 8000 Liter großen Pufferspeicher mit Wärme. Ziehen Wolken am Himmel auf, übernimmt eine Holzheizung.

 Derzeit hausen die Heinrichs und die Starkes mehr schlecht als recht in der Schule. Hans-Jürgen Heinrich: „Wir leben halt auf einer Baustelle.“ Sie schlafen zu viert in einem Zimmer, speisen in der kleinen Lehrerküche, duschen in den Umkleideräumen der früheren Turnhalle. Solange die Zimmer nicht fertig und sauber sind, bleibt es so. Am Montag wollen sie fertig sein, aber der dürfte erst in etwa zwei Jahren anstehen.

 Ewald Schöning, Bürgermeister von Panker, freut sich über den Verkauf der Schule, die 1957 gebaut wurde. Für so eine Immobilie findet sich nicht gerade leicht ein neuer Käufer. Schöning begrüßte die Neubürger in seiner Gemeinde persönlich und überreichte Blumensträuße an die Damen.

 Bis 2014 besuchten noch Grundschüler die Schule in Darry. Aber immer mehr Eltern schickten ihre Kinder in andere Orte. Saßen in Spitzenzeiten noch bis zu 140 Schüler in den Klassenräumen, waren es zum Schluss deutlich unter 40. Schweren Herzens beschloss die Gemeinde, auch von ihrer letzten Grundschule Abschied zu nehmen. Mit Satjendorf, Gadendorf und Matzwitz waren es einst vier.

 Etwas Besonderes haben die neuen Eigentümer mit der Turnhalle vor, in der jetzt ihr gesamter Hausstand zwischengelagert ist. Hier sollen Zelte oder Hütten für ein Indoor-Camping aufgestellt werden – eine Urlaubsform für Menschen mit Kindern, die Camping mit Schutz vor Regen machen wollen. Auch Studenten, die einen günstigen Schlafplatz suchen, sind willkommen. Das Ganze hat auch einen Namen, der Altes und Neues verbinden soll: Traumschule. Hans-Jürgen Heinrich: „Wir vermieten eben Träume.“ Und wann ist der Umbau der Turnhalle fertig? Natürlich am Montag.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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