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Albig warnte vor den Scharfmachern

Neujahrsempfang der SPD Albig warnte vor den Scharfmachern

Der niederbayerische Landrat Peter Dreier (Freie Wähler) hätte einen schweren Stand gehabt auf dem Neujahrsempfang der Plöner Kreis-SPD, wenn er anwesend gewesen wäre. Denn Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) geißelte in scharfen Worten die Aktion des Landshuters, der 31 Flüchtlinge im Bus nach Berlin vors Kanzleramt schickte.

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Ein Dankeschön für den Besuch: Kreistagsfraktionsvorsitzender Lutz Schlünsen (links), die Bundestagsabgeordnete Birgit Malecha-Nissen und Kreisvorsitzender Norbert Maroses (rechts) überreichen Ministerpräsident Torsten Albig ein Bild mit den Sehenswürdigkeiten des Kreises Plön.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Plön. Torsten Albig sprach von einem "Schlag ins Gesicht der Humanität" und einer "Verhöhnung der Menschen". Für diese Bemerkungen erhielt er den stärksten Beifall des Abends. Albig hatte für seine Festrede die Klausurtagung seines Kabinetts verlassen, das zeitgleich auf dem Plöner Koppelsberg zusammenkam. Der Ministerpräsident lobte in leidenschaftlichen Worten Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU9 für ihre Politik und kritisierte Länder wie Frankreich, die sich zurückhalten bei der Aufnahme von Flüchtlingen. 35000 Männer und Frauen hätten 2015 eine neue Heimat in Schleswig-Holstein gefunden. Das entspreche einer Stadt in der Größenordnung von Itzehoe. Frankreich habe sogar weniger Menschen aus Syrien oder dem Irak bei sich aufgenommen als Schleswig-Holstein. "Es kann nicht sein, dass das Kern-Europa so versagt."

Die Ursache für den Zug der Menschen sieht Albig in einem Versagen der internationalen Gemeindeschaft. Die habe es nicht verhindert, dass die Ausgaben für Lebensmittel in den Flüchtlingslagern in der Türkei oder dem Libanon von 30 auf 13 Dollar gekürzt worden seien. "Die Staatengemeinschaft hat den Menschen einfach die Chance genommen, sich selbst genug Wasser zu kaufen."  Albig stellte die Frage in den Raum, wie die Entwicklung verlaufen wäre, wenn es in den Lagern genügend Nahrung für die Flüchtlinge gegeben hätte.

Der Ministerpräsident warb um Verständnis, dass zum Beispiel die Zahl  Polizisten nicht schlagartig erhöht werden könne. "Fertig ausgebildete Beamte laufen nicht einfach in großer Menge um den Großen Plöner See." Er dankte ausdrücklich den bisher 150 Polizeibeamten, die eigentlich in Pension sein könnten, wegen der Situation im Land aber ihren Dienst verlängerrt haben. Auf der anderen Seite würde vermehrt ausgebildet. Die Polizeischule in Eutin sei restlos ausgelastet. "Wenn erst einmal Beamte fehlen, kann es nur Schritt für Schritt gehen." Ähnlich sehe es bei den Lehrern und Mitarbeitern der Ausländerbehörden aus. "Wenn die Politik, dass nicht mitsagt, dass es dauert, hat das nur Enttäuschung in derBevölkerung zur Folge. Wir brauchen  miteinander einen langen Atem."

Albig warnte die 220 Gäste des Abends, den Scharfmachern in der Flüchtlingsthematik zu folgen. "Glauben Sie denen nicht, die sagen, die Welt geht unter. Sie tut es nicht."

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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