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Wer knickt seltene Obstbäume um?

Destillerie Gottesgabe Wer knickt seltene Obstbäume um?

Die Serie von Zerstörungen auf der Obstplantage der Destillerie Gottesgabe in Giekau setzt sich fort. Unbekannte haben zwei wertvolle Kirschpflaumen umgeknickt. Die Eigentümer Gudrun und Friedrich Grimm setzen eine Belohnung von 500 Euro aus für Hinweise auf die Täter.

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Friedrich Grimm blickt fast verzweifelt auf die umgeknickte Kirschpflaume. Unbekannte suchen seit Jahren in Giekau seine Plantage mit Obstbäumen heim. Mindestens 50 Exemplare sind den Attacken schon zum Opfer gefallen.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Giekau. Zwei Obstbäume, knapp zehn Jahre alt, das kann doch nicht so schlimm sein, könnte man meinen. Weit gefehlt. Das Ehepaar Grimm sucht seit Jahrzehnten in Knicks und privaten Gärten nach speziellen Früchten mit besonders viel Aroma. Eine namenlose, aber schmackhafte Kirschpflaume entdeckten sie in der Feldmark in Behrensdorf. Zweige von diesem Baum vermehrten sie auf einer speziellen Grundlage. Der Saft dieser besonderen Kirschpflaume, insgesamt waren es 15 Ableger, hat es in sich. Wegen des ausgezeichneten Aromas zahlen Liebhaber 200 Euro für den Liter Obstbrand (40 Prozent). Und er ist trotz des stolzen Preises kein Ladenhüter. Derzeit sind die Grimms ausverkauft. Auf die kommenden Jahre gerechnet, beläuft sich der Schaden des Baumfrevels daher auf viele Tausend Euro. Da die Grimms nicht versichert sind, können sie das Geld abschreiben.

Keine Versicherung würde ihre Bäume überhaupt akzeptieren. Jedenfalls nicht zu einem bezahlbaren Preis. 2007 fing das Ungemach an. Unbekannte schlichen sich erstmals durch ein Loch im Wildschutzzaun auf das Gelände und sägten die Kronen vieler Obstbäume ab. 2009 köpften sie mit einer Motorsäge weitere 17 Exemplare. Im Laufe der Zeit verloren die Grimms rund 50 Bäume, zumeist Kirschen. Auch eine kaputte Wildkirsche bedeutet aber einen großen Schaden. Auch diese Exemplare sind Ableger aus der freien Natur mit einem besonders hohen Aroma. Sie gibt es wegen ihrer geringen Menge an Fruchtfleisch in keiner Gärtnerei zu kaufen und sind daher äußerst selten.

Die Grimms bemerken auch andere Zerstörungen. Immer wieder finden sie abgebrochene Leitäste, die durch die verwelkten Blätter schnell ins Auge fallen. Eine natürliche Erklärung haben die Grimms dafür nicht.

Warum tut man das? Das Ehepaar vermutet dahinter einen Racheakt, hat aber keine Beweise und schon gar keine Zeugen dafür. Das drei Hektar große Gelände liegt abseits der Straße und ist von dort nicht einsehbar. Die Täter kamen zudem vermutlich durch die Feldmark. Die Grimms hoffen, mit einer Überwachungskamera den Unbekannten auf die Spur zu kommen. Doch auch die Technik war schon einmal Ziel von Zerstörung.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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