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Öl bleibt in der Erde

Preetz Öl bleibt in der Erde

Die Deutsche Erdöl-AG (Dea) wird die alten Ölfelder Plön-Ost und Preetz nicht mehr reaktivieren – die Bewilligungen wurden zurückgegeben. Die Dea folgt damit der kanadischen Firma PRD Energy, die bereits vor einem halben Jahr ihre Pläne zur Ölförderung in der Probstei beerdigt hatte.

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Bis in die 1990er-Jahre prägte die Ölförderung auch in Schleswig-Holstein durch die markanten Pferdekopfpumpen das Landschaftsbild.

Quelle: dpa

Plön. Jahrzehntelang kannten der Öl- und damit auch die Benzin- und Dieselpreise nur den Weg nach oben. Kein Wunder, dass sich Energiekonzerne ein Hintertürchen zu den alten, weitgehend ausgebeuteten Erdölfeldern offengelassen hatten. Der Ölpreisverfall hat die Dea veranlasst, den Plan, die Felder Preetz und Plön-Ost jemals wieder in Betrieb zu nehmen, zu beerdigen.

 Wie der Pressesprecher der Deutschen Erdöl-AG (Dea), Derek Mösche, mitteilte, hatte man angesichts des steigenden Ölpreises und neuer Bohr- und Produktionstechniken vor einigen Jahren noch einmal das Potenzial der Altfelder überprüft. In der Hoffnung, dass sich dort noch weitere kleinere, abgetrennte Öllagerstätten (Schollen) befinden könnten.

 Mit speziell ausgestatteten Fahrzeugen mit Rüttelplatten wurden rund um Preetz noch einmal 400 Quadratkilometer Fläche im wahrsten Sinne des Wortes „abgeklopft“. Die Auswertung der seismischen Untersuchungen stimmte die Dea recht optimistisch – sie beantragte beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie die Lizenz zur erneuten Erdölförderung.

 Diese sogenannten Bewilligungen sind jetzt aber nur noch das Papier wert, auf das sie gedruckt sind. Der anhaltend niedrige Ölpreis rechtfertige weder aufwendige Suche noch eine anschließende Förderung, so Mösche.

 Ein Fragezeichen steht allerdings noch hinter dem „Bewilligungsfeld Warnau“. Die 2012 beantragte Lizenz habe man noch nicht zurückgegeben: „Ob wir das Projekt in Warnau realisieren werden, wird bei uns im Hause zurzeit noch untersucht“, so der Dea-Pressesprecher.

 Die niedrige Gewinnmarge und die bisherige Statistik lässt eine „Wiederbelebung“ der Förderpumpen bei Warnau aber alles andere als realistisch erscheinen. In Warnau wurden zwischen 1957 und 1986 gerade einmal 40000 Tonnen gefördert. Eine Menge, die nicht nur Kreis-Plön-weit, sondern auch bundesweit das Schlusslicht darstellt. Zum Vergleich: Im Feld Plön-Ost wurden zwischen 1958 und 1999 insgesamt 7,25 Millionen Tonnen Öl gefördert, in Preetz waren es zwischen 1962 und 1998 immerhin 1,74 Millionen Tonnen. Das Dea-Vorzeigeprojekt, die Plattform Mittelplate, hat seit 1987 in der Deutschen Bucht schon 30 Millionen Tonnen Öl gefördert und ist noch in Betrieb.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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