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Ötzi erobert das Eiszeitmuseum

Nienthal bei Lütjenburg Ötzi erobert das Eiszeitmuseum

Das Schleswig-Holsteinische Eiszeitmuseum in Nienthal bei Lütjenburg widmet Ötzi, dem Mann aus dem Eis, bis zum 31. Oktober eine Sonderausstellung. Modelle und Tierpräparate zeigen die Lebenswelt vor 5000 Jahren.

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Christian Russok (links) und Stefan Leyk präsentieren die Nachbildung der Ötzi-Mumie, die im Eiszeitmuseum in einem Kühlkasten aufbewahrt wird.

Quelle: Orly Röhlk

Lütjenburg. Damals, am Übergang vom Jäger und Sammler zum sesshaften Bauern, lebte der wohl berühmteste Steinzeitmensch. Erika und Helmut Simon aus Nürnberg entdeckten die Gletschermumie 1991 in den Ötztaler Alpen. Ein Fund, der nach Aussage des wissenschaftlichen Leiters Christian Russok das gesamte bisherige Wissen über die steinzeitliche Lebensweise der Menschen im alpinen Raum revolutionierte. Stefan Leyk, Vorsitzender des Vereins Eiszeitmuseum, wertet ihn als wohl wichtigste archäologische Entdeckung weltweit.

 Was lag da näher, als die Ötzi-Ausstellung nach Lütjenburg zu holen und die Lebensumstände des 1,60 Meter großen Mannes zu präsentieren. Zu sehen ist eine Nachbildung der Mumie, geschaffen anhand des in Bozen aufbewahrten Originals von Präparator Dieter Luksch vom Lehrmittelausstatter Expofauna aus Tussenhausen bei München. Das Museum zeigt Ötzi gleich zweimal: als Mumie und als rekonstruierten Menschen in Begleitung eines Hundes in seiner heimatlichen Umgebung. Die Figur trägt Kleidung aus Fell, wie sie vor 5200 Jahren in der Jungsteinzeit üblich war. Dazu gehören auch ein Ledereimer mit Glut sowie Pfeil und Bogen in einer speziellen Rückentasche.

 Zu sehen sind Nachbildungen von einem Steinbohrer, von Gebrauchsgegenständen und Kleidung. Schautafeln informieren darüber, wie die Sachen hergestellt wurden und wie man damals jagte und kochte. Tiere, die Ötzi als Nahrung und Bekleidung dienten, wie Braunbär, Murmeltier, Wolf, Gemse, Steinbock und Rebhuhn, sind ebenfalls als Präparate zu sehen. Besucher haben zudem Gelegenheit, Felle zu erraten.

 Aus Leyks Sicht ist die Schau ein absolutes Highlight und dazu geeignet, die Besucherzahlen noch weiter zu steigern. Nach 10000 vor zwei Jahren verzeichnete das Eiszeitmuseum im vergangenen Jahr 11000 Besucher. Die ersten drei Monate dieses Jahres waren laut Russok gegenüber 2014 ebenfalls positiv.

 Vernissage ist am Sonnabend, 11. April, von 11 bis 13 Uhr. Der Eintritt ist in dieser Zeit frei. Geöffnet bis April dienstags bis sonntags von 11 bis 17 Uhr, von Mai bis September von 10 bis 18 Uhr.

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