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Mauer ist dem Einkauf im Weg

Övelgönne in Plön Mauer ist dem Einkauf im Weg

Der Anblick ist skurril: Eine graue Mauer steht am oberen Ende der Treppenanlage und sperrt den schmalen Fußweg, der den Bürgersteig und die Radwegunterführung an der Lütjenburger Straße mit dem Wendehammer in der Övelgönne verbindet. Ein passendes Gegenstück verwehrt den Zugang von der anderen Seite.

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Eine Mauer versperrt den Fußweg, den viele Plöner als Abkürzung zwischen der Fahrrad- und Fußwegunterführung an der Lütjenburger Straße einerseits und dem Wendehammer der Övelgönne andererseits genutzt haben.

Quelle: Dirk Schneider

Plön. Viele Anwohner, die den Weg bislang als Abkürzung in die Plöner Innenstadt – insbesondere zum Einkauf im benachbarten Aldi-Markt – genutzt haben, wurden von der Baumaßnahme ebenso überrascht wie die Stadtverwaltung in Plön.

 Hintergrund der Sperrung ist der Eigentümerwechsel der Immobilie Lütjenburger Straße 15. Die neuen Eigentümer haben den Weg auf der Strecke von etwa 50 Metern, wo er über das private Grundstück verläuft, geschlossen. „Leider geschah dies ohne Rücksprache mit der Stadt“, bedauert Plöns Bauamtsleiterin Jutta Kricheldorff. Die Situation bewertet sie als schwierig: „Im Bebauungsplan 37 ist der Weg mit einem Gehrecht für die Öffentlichkeit eingetragen.“ Das Ganze entfalte aber keine Wirksamkeit, sofern dieses nicht grundbuchlich oder durch andere vertragliche Regelungen abgesichert sei. Selbst wenn alles rechtlich in Ordnung sei – „wir prüfen noch“ – halte sie die Art und Weise des Mauerbaus in einer Nacht-und-Nebel-Aktion für unglücklich.

 Diese Einschätzung teilen auch einige direkte Anlieger, wie zum Beispiel Siegmund Saborrosch: „Wir nutzen den Weg seit über 35 Jahren, die Umbaumaßnahmen nebenan laufen seit 2013, da hätte man doch im Vorweg mal etwas sagen können.“ Vor allem hätte man aber auch eine optisch ansprechendere Lösung finden können.

 „Das bleibt nicht so. Das ist ein Provisorium“, betont die neue Eigentümerin, Andrea Hagen, auf Nachfrage unserer Zeitung. Dies sei übrigens schon der fünfte Versuch, den Weg zu sperren. „Gartentor, Metallzaun, Holzstapel, Flatterband – alles wurde beschädigt, abgerissen oder sogar gestohlen.“ Im Zuge der Neuordnung soll auf der Fläche ein weiteres Wohnhaus entstehen. Nicht zuletzt, um dafür die Baugrenzen einzuhalten, müsse der gesamte Bereich neu gestaltet werden.

 Im Prinzip gehe man damit auf die Entstehungsgeschichte des Privatwegs zurück, erinnert sich die langjährige Grundstückseigentümerin, Anneliese Schwalbe: „Beim Bau der Umgehungsstraße wurden die Treppe und der Weg gebaut, um ein kleines Wohngebäude zu erschließen, das durch die damaligen Baumaßnahmen nicht mehr erreichbar gewesen wäre. Fünf Jahre später, also vor etwa 30 Jahren, sei dieses Haus abgerissen worden. Mangels Eigenbedarfs habe man den Weg bestehen lassen. „Wobei wir auch immer wieder Ärger wegen des Winterdienstes, der Verkehrssicherungspflicht und der Verschmutzung hatten“, so Anneliese Schwalbe. Denn die Stadt habe keinerlei Pflege- und Reinigungsdienste übernommen. Entsprechend leicht falle es jetzt, die Abkürzung zu schließen. Der Umweg sei mit einer Länge von rund 150 Metern durchaus zumutbar, und im Winter auch deutlich sicherer.

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Dirk Schneider

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