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Segler im Gebühren-Sturm

Pachterhöhung Segler im Gebühren-Sturm

Besitzer von Seegrundstücken und Wassersportvereine an landeseigenen Gewässern haben unangenehme Post bekommen: Ihnen wurden die Nutzungsverträge für Stege gekündigt und mit gleicher Post neue Verträge vorgelegt – mit zum Teil drastischen Pachterhöhungen.

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Die Stimmung beim Segel-Club von Plön (SCvP) ist so durchwachsen wie das gestrige Herbstwetter. Die Gebühren für die Nutzung der Stege werden zum 1. Januar steigen. Der SCvP ist einer von landesweit insgesamt 800 Vertragspartnern, denen das Landesamt für Küstenschutz einen neuen Vertrag vorgelegt hat.

Quelle: Peter Thoms

Plön. Einige Vereine müssen in Zukunft mehr als das Doppelte dafür bezahlen, dass sie über ihre Stege landeseigene Gewässer trockenen Fußes erreichen.

 Der Absender war unverfänglich: „Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN)“ – was hat diese Behörde mit Binnengewässern zu tun, mag mancher der landesweit insgesamt 800 Adressaten gedacht haben, als ihm das Schreiben ins Haus oder Vereinsheim flatterte.

 So zum Beispiel Markus Freda, Vorsitzender der Wassersportgemeinschaft Dörnick. Er ist seit Mai Steuermann des kleinen Vereins, der seinen „Heimathafen“ unterhalb des Koppelsberges in Plön hat. Der Hafen besteht in erster Linie aus einem rund 50 Meter langen Steg, an dem die Segelboote der 20 Mitglieder liegen. Da der Große Plöner See an dieser Stelle recht flach ist, ist die Brücke vergleichsweise lang. Bislang war den Wassersportlern pro Jahr 420 Euro in Rechnung gestellt worden, ab 1. Januar 2016 wird es mehr als das Doppelte sein – 850 Euro.

 Sorgenfalten auch beim Segel-Club von Plön (SCvP): Der wird statt mit rund 1600 in Zukunft mit 2725,25 Euro zur Kasse gebeten. Vorsitzender Fritz-Volker Fredrich hat bereits den Seglerverband im Kreis Plön um Hilfe gebeten, die neuen Forderungen in Verhandlungen mit entsprechenden Gremien noch etwas abzumildern.

 Der Vorsitzende des Kreisverbandes, Siegfried Latki, wurde von der Änderung ebenfalls überrascht: Er ärgert sich, dass die hohen Gebühren ein Schlag ins Gesicht des ehrenamtlichen Engagements der Vereine (zum Beispiel mit Angeboten für offene Ganztagsschulen) sei. Anfang November werde es Krisensitzungen im Kreis- und Landesverband geben.

 Hendrick Brunckhorst, Sprecher des Landesbetriebs, der eben auch für Binnengewässer zuständig ist, kann die Aufregung nicht verstehen: Für Segelvereine sei dies die erste Steigerung nach 13 Jahren. Dass die vergleichsweise heftig ausfällt, liege daran, dass die „Gebührenkeule“ im Jahr 2002 in Watte gepackt worden war, um hohe Kostensprünge zu vermeiden. Für die Wassersportgemeinschaft Dörnick beispielsweise wäre die Gebühr schon damals von 351 auf 700 Euro gestiegen. Um unnötige Härten zu vermeiden, habe man die Steigerung damals auf 20 Prozent gedeckelt – die Dörnicker zahlten also nur 420 Euro. Allerdings habe das LKN darauf hingewiesen, dass weitere Anpassungen folgen würden. Und das sei jetzt geschehen, und zwar auf einer einheitlichen Berechnungsgrundlage: Nach neuestem Erlass werden Segelvereinen 2,50 Euro pro Quadratmeter Stegfläche in Rechnung gestellt. Und das ist gewissermaßen ein „Freundschaftspreis“ für gemeinnützige Vereine: Private Stegbesitzer zahlen mittlerweile vier Euro pro Quadratmeter, mindestens jedoch 50 Euro.

 Überhaupt kein Verständnis für die aktuelle Entwicklung hat der Vorsitzende des Segel-Landesverbandes, Jens Brendel: „Man verliert allmählich die Lust aufs Ehrenamt. Es ist unbeschreiblich, wie man mit dem Segelsport umgeht. Das tötet die Vereine“, nimmt er kein Blatt vor den Mund. Der oberste Segler im Land wirft den Landesbehörden allgemein und Ministerpräsident Torsten Albig speziell vor, dass sich (nicht nur im Vorfeld der Olympiabewerbung) Worte und Taten widersprächen: „Ständig wird herausgestellt, wie wichtig Sport und Ehrenamt sind, und dann das. Die können sich gar nicht vorstellen, was die neuen Verträge für die Vereine und die Region bedeuten!“

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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