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Verunsicherung durch den Panzerfund

Sammler in Heikendorf Verunsicherung durch den Panzerfund

Erst galt er nur als Mann mit einem kleinen Spleen. Dann sorgten Skulpturen auf dem Grundstück eines 78-Jährigen in Heikendorfer Ortsteil Kitzeberg für Diskussionen. Hütet er illegal erworbene Nazi-Kunst?

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Pause beim Panzer bergen: Die Razzia in Heikendorf ist mittlerweile abgeschlossen.

Quelle: Frank Peter

Heikendorf. Nun wurden Waffen geborgen. Im Keller des Anwesens fanden Ermittler unter anderem einen nicht mehr fahrbereiten Panzer aus dem Zweiten Weltkrieg sowie ein ein sieben Meter langer Torpedo und ein Flak-Geschütz. Die Durchsuchung des Anwesens und die Fundstücke sorgen nun für Diskussionen. Gegen den 78-jährigen Sammler ermittelt die Staatsanwaltschaft Kiel wegen des Verdachts auf Verstoß gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz.

„Natürlich sprechen meine Kunden über dieses Thema“, sagte Tankstellenbetreiber Habip Kilic. „Ich kenne diesen Mann nicht. Was er mit den vielen Waffen wollte, wird sich ja hoffentlich bald klären“, so Kilic. Auch im Eiscafé von Luca Vettorel in der Heikendorfer Dorfstraße war die Kitzeberger Panzer-Bergung am Freitag das Gesprächsthema. „Wie viele andere frage ich mich auch, wie die ganzen Waffen so lange unentdeckt bleiben konnten?“ so Vettorel. „Und wie ist der Mann überhaupt an den alten Panzer gekommen? “

Angela Wöhlk findet vor allem die vielen von der Waffenbehörde des Kreises Plön gefundenen Pistolen, Revolver, Flinten, Gewehre beunruhigend. „Es mag ja ein älterer Herr mit einem Spleen sein. Bei dem Panzer habe ich auch zunächst gedacht: Na ja. Aber diese vielen Waffen sind schon irgendwie beängstigend.“ Das sieht ein Urlaubspaar aus Thüringen ganz genauso. „In direkter Nachbarschaft des Strandes ein solches Waffenarsenal. Da wird einem schon mulmig.“

„Das ist nun wirklich alles andere als lustig“, meinte auch Anwohner Michael Henry, der am späten Donnerstagabend von seinem Nachbargrundstück den Abtransport eines Flak-Geschützes fotografierte. Karsten Wendt aus Mönkeberg ist „sehr zwiespältig“, wie er sagte. „So lange die Sammelei nicht gefährlich ist für die Allgemeinheit, soll er der doch nachgehen. Es gibt ja nun wirklich einige Waffensammler. Das bedeutet aber nicht, dass ich das gut finde,“ so Wendt. Das Großaufgebot an Polizei und Bundeswehr fand er völlig überzogen. „Hätte man den Panzer nicht einfach im Keller stehen lassen können?“ so Wendt. Nach Einschätzung des Waffen-Sachverständigen ging das ganz offensichtlich nicht. Heikendorfs Bürgermeister Alexander Orth ist froh, dass der Spuk nun ein Ende hat und wieder Ruhe herrscht im beschaulichen Kitzeberg. Die durch die schweren Bundeswehr-Bergungsfahrzeuge entstandenen Straßenschäden seien bereits aufgenommen, die Schadstellen würden Anfang nächster Woche ausgebessert. „Ich gehe mal davon aus, dass wir die Kosten dafür nicht zu tragen haben“, so Orth. Der sichergestellte Weltkriegs-Panzer soll nach Puttlos gebracht worden sein.

Wie berichtet, war der Sammler auch wegen einer meterhohen Bronze-Plastik – ein nackter Mann mit Schwert und geballter Faust – in seinem Garten ins Visier des Berliner Landeskriminalamtes geraten. Ist es das Original der Plastik des umstrittenen Künstlers Arno Breker (1900 bis 1991), die einst im Ehrenhof der Reichskanzlei von Adolf Hitler stand und die Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges unbeschadet überstanden hat? Das Bundesvermögensamt prüft jetzt eigene Ansprüche, die Staatsanwaltschaft Berlin ermittelt wegen Verdachts auf Hehlerei und schickte Fahnder in den Norden. Der Sammler sprach gegenüber unserer Zeitung von einem „Nachguss“.

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Waffensammler aus Heikendorf
Foto: Bei der Razzia in Heikendorf holten Bergungsspezialisten der Bundeswehr auch diesen Panzer aus dem Keller.

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