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Zwei Frauen in typischem Männer-Beruf

Backhandwerk in Passade Zwei Frauen in typischem Männer-Beruf

Wenn andere schlafen gehen, stehen sie auf. Annkatrin Last (21) und Lisa Hansen (22) erlernen einen typischen Männerberuf. Die beiden wollen aber noch mehr, als „nur“ Bäcker werden, „nebenbei“ machen sie auch noch eine Fortbildung zum Technischen Betriebswirt.

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Lisa Hansen (links) hat ihr Hobby zum Beruf gemacht: Backen war schon immer ihre Leidenschaft. Zusammen mit Annkatrin Last macht sie eine Ausbildung im Backhandwerk.

Quelle: Thomas Christiansen

Passade. „Das ist eigentlich eine Männerdomäne“, erklärt Olaf Knickrehm, Geschäftsführer des Passader Backhauses. Oftmals sind dort nur Jungs in der Ausbildung: „Das ist ungewöhnlich, jetzt sind alle drei Auszubildenden Mädchen.“ Wobei Annkatrin Last und Lisa Hansen eben gar keine Mädchen mehr, sondern längst erwachsene Frauen sind.

„Ich wollte eigentlich Ökotrophologie studieren“, sagt Last. Dazu wurde ihr vorher ein Praktikum empfohlen, das sie in Passade machte. Dann entschied sie sich, „erst mal eine vernünftige Ausbildung“ zu machen. Hansen hatte nach dem Abitur keine Lust zum Studium und kam auf die Idee, ihr Hobby zum Beruf zu machen. Das hat sie nicht aufgegeben: „Ich glaube, ich bin die einzige in meiner Berufsschulklasse, die auch noch zu Hause backt.“

Nicht nur Knickrehm findet es gut, dass auch Mädchen und Frauen das Bäckerhandwerk lernen ( „Der Ton ist ein anderer und es ist ein ganz anderer Umgang miteinander“), Barbara Schütt und Thomas Bohse von der Agentur für Arbeit in Kiel wünschen sich, dass nicht nur am Girls’/Boys’ Day mehr Auszubildende den Beruf finden, der wirklich zu Ihnen passt, wie es in der Kampagne „Typisch Ich!“ heißt. Darin wirbt die Agentur dafür, sich von den Rollenklischees zu verabschieden.

Marc Lode von der Handwerkskammer Lübeck wirbt noch für etwas anderes: „Wir haben großes Interesse daran, junge Menschen so zu qualifizieren, dass sie Verantwortung in den Betrieben übernehmen können.“ Genau das möchten Annkatrin Last und Lisa Hansen. Knickrehm nennt es „heldenhaft“, dass die beiden auch noch jeden zweiten Sonnabend nach Lübeck fahren, um sich zum Technischen Betriebswirt fortbilden zu lassen. Auch Lode erkennt die Doppelbelastung an. „Deshalb haben wir die Ausbildung auch nicht verkürzt“, meint Annkatrin Last. Lisa Hansen haben „neue Impulse“ gefehlt, sie findet es in Lübeck, wo sie auf Kollegen aus allen Branchen trifft, „sehr spannend.“

Schon für die Ausbildung nehmen die beiden weite Weg auf sich. Last steht in Schönkirchen um Mitternacht, Hansen in Kiel um 23 Uhr auf, um rechtzeitig in der Backstube zu sein. „Manche Kollegen schlafen vorher, manche später“, sagt Knickrehm. „Ich schlafe vorher und danach“, sagt Last.

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