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Pferdemist stört die Natur-Bilanz

Dannauer See und Hohensasel Pferdemist stört die Natur-Bilanz

Rotbauchunke, Rohrdommel und das Blaukehlchen: Viele seltene Tiere fühlen sich wohl im FFH-Gebiet Dannauer See und Hohensasel. Biologen des Landes machten nun Vorschläge, wie man die Natur noch weiter fördern kann. Auf einer Einwohnerversammlung lobten sie das Engagement im Ort.

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Der Dannauer See steht unter Naturschutz. In den Schilf- und Röhrichtbeständen brütet seit wenigen Jahren auch das sehr seltene Blaukehlchen.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Dannau. Nach sechs Jahren lässt die EU ihre FFH-Gebiete (Fauna, Flora, Habitat) unter die Lupe nehmen und sogenannte Managementpläne erstellen. Thomas Holzhüter und Lisa-Sophie Heise vom Landesamt für Umwelt in Flintbek haben die Aufgabe für den Dannauer See übernommen. Besonders lang ist ihre Liste mit Verbesserungsvorschlägen nicht, die sie den 40 Zuhörern präsentierten. Heise: „Es ist sehr viel Vorarbeit geleistet worden von der Gemeinde und dem örtlichen Naturschutzverein.“ Beispiele dafür gibt es genug. Die Gemeinde stoppte die Einleitung von Wasser aus dem Klärwerk in den See. Wiesen werden regelmäßig gemäht. Dort wächst zum Beispiel nun wieder großflächig die seltene Wiesen-Primel. Auf den Flächen der Stiftung Naturschutz entstanden zahlreiche Teiche, in denen sich unter anderem der Kammmolch niederließ. Der Riesen-Bärenklau stellte vor einigen Jahren ein großes Problem dar. Ehrenamtliche Helfer bekämpften die Pflanze, die ursprünglich aus dem Kaukasus stammt und nach Westeuropa eingeschleppt wurde. Jetzt sind nur noch wenige Exemplare zu finden, die auch noch beseitigt werden sollen.

 Aber die Biologen entdeckten Schönheitsfehler in dem Gebiet. Auf Pferdekoppeln nahe des Dannauer Sees liegen Misthaufen, die wegen der vielen Nährstoffe abgefahren werden sollten. Ein Wunsch ging an die Seeanlieger, die einen Garten haben: Ein Verzicht auf Kunstdünger wäre schön, ebenso die Verlegung der Komposthaufen vom Seeufer weg. Sinnvoll wäre zudem eine Pufferzone aus Ackerrandstreifen an den Grenzen des FFH-Gebiets, wo intensiv Landwirtschaft betrieben wird. Noch im Herbst beginnen Baumfällungen in einem angrenzenden Mischwald. Dort wachsen Bäume, die nicht zum Standort eines Waldmeister-Buchenwaldes passen. Ein Problem stellen Drainage-Leitungen auf landwirtschaftlichen Flächen in der Umgebung dar. Sie leiten das Wasser zumeist in das FFH-Gebiet ab. Es sollte zumindest geprüft werden, ob die Entwässerungsleitungen entfernt werden können, so die beiden Biologen.

 Der Dannauer See entstand während der letzten Eiszeit als Toteis-See, was heute noch an seiner fast runden Form zu erkennen ist. Dabei misst seine Wassertiefe maximal nur 1,60 Meter. Anders als die Seen im Zuge der Schwentine ist er auf natürliche Weise sehr nährstoffreich und verlandet daher Stück für Stück. Durch die Nährstoffe aus der Landwirtschaft hat sich dieser Prozess in den jüngsten Jahrzehnten beschleunigt. Der Managementplan soll helfen, diese Entwicklung zumindest zum Teil zurückzufahren.

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Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

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