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Plädoyer für friedlichen Islam

Plön Plädoyer für friedlichen Islam

80 Plöner nahmen am Dienstagabend eine Einladung der Ahmadiyya Muslim Jaraat zu Dialog und Diskussion an. Mit Formulierungen wie „Stoppt den Terror“, „Muslime für den Frieden“ und „Was lehrt der Islam wirklich“ hatte die Gruppierung für Aufmerksamkeit gesorgt.

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Angeregte Diskussion auch noch nach der zweieinhalbstündigen Veranstaltung der Ahmadiyya Muslim Jamaat: Imam Adeel Ahmad Shad, der Plöner Bürgermeister Jens Paustian und Daud Ata, der Bundesvorsitzende der Abteilung interreligiöser Dialog (von links) hatten noch genügend Gesprächsthemen.

Quelle: Peter Thoms

Plön. Im Mittelpunkt des Abends in der Aula am Schiffsthal in Plön stand die Religion, die gewalttätige Organisationen wie Islamischer Staat (IS) oder Boko Haram hervorgebracht hat, in der aber mit der Gruppierung Ahmadiyya Muslim Jaraat (AMJ) eine um Dialog bemühte Gruppe zusehends Gehör findet.

 Gehör (und vor allem Luft) verschaffte sich zunächst der Hausherr, der Plöner Bürgermeister Jens Paustian, und wehrte sich nochmals gegen die Kritik an seiner Schirmherrschaft für die Podiumsdiskussion: „Wir werden hier sicher nicht bekehrt, aber wir wollen einander verstehen und verstanden werden“, begründete er sein Engagement. Eines machte er unmissverständlich deutlich: „Wenn sich Menschen anderer Kulturen und Religionen in meinem Land aufhalten, erwarte ich, dass sie sich an die hier geltenden Gesetze halten!“

 Damit stieß er bei seinen Gästen auf offene Ohren: Daud Ata, der Bundesvorsitzende der AMJ-Abteilung religiöser Dialog, Imam Adeel Ahmad Shad und Naveed Ahmad von der AMJ-Jugendorganisation unterstrichen unisono, dass der Islam nach ihrem Verständnis eine Religion sei, die vor allem Frieden propagiere.

 Daud Ata, ein IT-Unternehmer aus Hamburg, verdeutlichte zu Beginn seines Referats, dass laut Koran die Anwendung von Gewalt nur zur Verteidigung und zur Durchsetzung von Religionsfreiheit erlaubt sei. Diese Inhalte würden IS und Boko Haram jedoch anders interpretieren. Die klare Botschaft des Islam: Aufklären, Spott und Verfolgung ausweichen, Torheiten nicht mit Torheiten zu begegnen, und die Götter anderer nicht zu schmähen. All das seien Mohammeds Schlussfolgerungen gewesen, der von 570 bis 632 in kriegerischen Zeiten gelebt habe und selbst unter Verfolgung litt.

 Der Vortrag von Ata vermittelte dem Plöner Publikum durchaus, dass die AMJ die Botschaften des Propheten Mohammed ausschließlich als einen Aufruf zum Frieden sehen, hatte aber angesichts anderer islamischer Gruppierungen kritische Fragen zu beantworten und konnte immer wieder nur beteuern, dass seine Organisation trotz starker Kritik vieler Glaubensbrüder versuche, den „friedlichen Islam“ voranzutreiben.

 So wollte Jörg Lorenzen wissen, warum der Wechsel zu einer anderen Religion in einigen Ländern unter Todesstrafe steht, und Theo Schnitzler wunderte sich, dass in islamischen Ländern nur in Ausnahmefällen Kirchen gebaut werden dürften, aber hierzulande eine Moschee nach der anderen genehmigt werde. Allesamt Dinge, die für Daud Ata Ansporn sind, noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.

 Unterschiedliche Sichtweisen wurden endgültig offensichtlich, als es um die Gleichberechtigung von Mann und Frau ging: Konkret konfrontierte die Plöner Friseurmeisterin Gerlinde Gampert den Referenten mit der Tatsache, dass eine ihrer Mitarbeiterinnen nicht an Fortbildungsmaßnahmen teilnehmen durfte – die Familie hatte es ihr schlichtweg verboten. Für solche Fälle bot Daud Ata seine Vermittlung an, und verwies auf die Hotline der AMJ (Tel. 0800/2107758), die in kritischen Fragen helfe.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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