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Pläne für neue Unterkunft gestoppt

Flüchtlinge in Lütjenburg Pläne für neue Unterkunft gestoppt

Zum Höhepunkt der Flüchtlingskrise erhielt das Amt Lütjenburg ein Lob dafür, wie schnell es doch Unterkünfte zur Verfügung stellte. Mit dem Rückgang der Zahlen gibt es nun ein Problem. Die bereits angemieteten Wohnungen werden nicht mehr benötigt, müssen aber bezahlt werden.

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Der Umbau des früheren ADS-Schullandheims in Hohwacht zu einer Unterkunft für Menschen aus Syrien oder dem Irak beginnt in Kürze.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Das Amt zog bereits die Notbremse und kündigte einer Reihe von Vermietern. Zwar fallen noch Mieten an, aber nur bis zum Ende der Kündigungsfrist, die in der Regel drei Monate umfasst. Wie viel Geld das Amt für den Leerstand zahlen muss, umschreibt Amtsvorsteher Volker Schütte-Felsche mit einem Stöhnen. „Es sind etliche Zehntausende von Euro.“ Allein für den Februar waren es 27000 Euro.

 Schütte-Felsche fühlt sich bei der Finanzierung der Flüchtlingsaufgabe von Bund und Land im Stich gelassen. Ende letzten Jahres lautete die Parole noch: Bereitet Euch auf weitere Flüchtlinge vor, mietet Wohnungen an. Aus dem Innenministerium erhielt er den Hinweis, dass das Amt doch aus der Integrationspauschale das Geld für die Leerstände nehmen könne. Die Summe beträgt 2000 Euro pro zugewiesenem Flüchtling. Eine Antwort, die Schütte-Felsche aber nicht befriedigt. Das Geld sei doch für die Integration der Menschen gedacht, nicht für Mieten. Das Amt ließ auch den Bau von Unterkünften an der Hindenburgstraße/Ecke Kieler Straße in Lütjenburg stoppen. Dort wollte die Wankendorfer Baugenossenschaft einen Wohnblock nach dem Kieler Modell bauen. Dafür schloss das Amt langjährige Mietverträge mit der Wankendorfer ab, um sich das Recht zu sichern, dort Flüchtlinge unterzubringen. Nun unterzeichnete Schütte-Felsche dafür einen Auflösungsvertrag. Allerdings zahlt man Geld an das Wohnungsunternehmen, um aus dem Vertrag aussteigen zu können. Zur Höhe der Summe machte Schütte-Felsche keine Angaben. Die Wankendorfer plant nun, Seniorenwohnungen an dieser Stelle in unmittelbarer Nähe zum Marktplatz zu errichten.

 Beim früheren ADS-Schullandheim in Hohwacht bleibt alles beim Alten. Der Amtsausschuss brachte die Ausschreibung für den Umbau auf den Weg. Unter anderem entstehen Küchenzeilen in einigen Zimmern. In zwei bis drei Monaten könnten die ersten Menschen aus Syrien, Irak oder Afghanistan in die Gebäude einziehen, die das Amt zu Jahresbeginn gekauft hatte. Die Unterkunft im Ortsteil Haßberg bietet Platz für 50 bis 70 Personen. Platz, der sich nicht so schnell füllt wie befürchtet, der aber dennoch benötigt wird. Die Zahl der Flüchtlinge ist zwar deutlich zurückgegangen, aber eben nicht ganz abgerissen. 56 Männer, Frauen und Kinder fanden seit Jahresbeginn eine vorläufige neue Heimat im Amt Lütjenburg. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt 198. Die meisten von ihnen kamen zwischen Oktober und Dezember. Das Amt verfügt über weitere Gemeinschaftsunterkünfte in Futterkamp-Siedlung, Schmiedendorf und Kaköhl.

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Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
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